Wer träumte nicht schon einmal davon, auf einer Farm in Afrika zu verweilen, fernab von allem Getöse, versetzt in eine Zeit, die von der Gegenwart so unendlich weit entfernt scheint. In eine Zeit, in der man noch viel selber machen musste, um autark zu leben. Auf der Gästefarm Kamrav, ca. 70 km südwestlich von Grootfontein, wird das Brot noch selbst gebacken, hier wird fast täglich leckerer duftender Kuchen frisch aus dem Ofen geholt, hier schmort der Kudu-Braten auf dem alten holzbefeuerten Herd und verbreitet einen appetitlichen Geruch. In dieser Farmküche kennt man keine Geschmacksverstärker oder Fertiggerichte. Schon zum Frühstück wird man mehr als verwöhnt, mit Eiern, Speck, Wurst, bester Marmelade… So kann ein guter Tag beginnen!
Auf Kamrav gibt es noch die ungestylte namibische Gastfreundschaft, die man auf keiner Hotelfachschule erlernen kann, denn sie kommt aus dem Herzen. Die Gastgeber sind Maryna und Toit sowie der Hund Bully. Die Farmerfamilie hat hier, inmitten der namibischen Savannenlandschaft, ihren Lebensmittelpunkt. Die Gastgeber wissen viel über Land und Leute und natürlich auch über das Farmleben zu berichten. Die Familie lebt hier in der dritten Generation – seit 1928, daher ist auch viel über die Unterschiede zwischen dem Leben in Namibia früher und heute zu erfahren. Wenn man diese Farm nicht kennt, wird man sich niemals dorthin verirren, denn sie liegt abseits der touristischen Trampelpfade in der Nähe des Waterbergs. In keinem Hochglanzmagazin erscheint dieses Kleinod, in keinem Reiseprospekt taucht es auf. Kamrav ist heute noch so, wie Gästefarmen einst waren. „Einst“, das meint vor dem Tourismus-Boom in Namibia.
Das alte Farmgebäude mit einer überdachten Bar und Essplatz lädt zum Verweilen ein. Man ist umgeben von vielen namibischen Memorabilien: Kalebassen, Körbe, Masken und Straußeneier ziehen Blicke auf sich. Im neu erbauten riedgedeckten Gästehaus warten ansprechende Zimmer auf die Besucher. In einem vorgeschalteten großen Raum kann man in einer Küchenecke sogar selber kochen oder auf bequemen Sesseln und der Couch Platz nehmen. Gleich nebenan gibt es einen herrlichen Swimmingpool. Von hier aus schweift der Blick in die Weite, oft weht auf der Anhöhe ein leichter Wind, was im heißen namibischen Sommer sehr angenehm ist. Für Camper stehen auf dem Gelände von Kamrav wunderschöne Plätze mit blitzsauberen sanitären Einrichtungen, Elektrizität, Wasseranschluss und Grillmöglichkeiten bereit. Auch sie finden bei den Gastgebern, sofern gewünscht, „Familienschluss“. Auf den angebotenen Farmrundfahrten erfährt man Afrika pur und kann die Stille der weiten Savannenlandschaft „hören“. Dabei sieht man Oryxe, Kudus, Springböcke, Weißschwanzgnus und Blessböcke.
Auf dem Farmgelände gibt es außerdem Rinder und Pferde. Ausflüge zum Hoba-Meteoriten und zum Waterberg sind ebenfalls möglich. Kinder können sich auf Kamrav nach Herzenslust austoben, auf dem großen umzäunten Gelände um das Farmhaus können sie mit dem gutmütigen Familienhund spielen oder im Teich den Kois zuschauen. Und wenn die Eltern einmal ohne die Kleinen einen Ausflug zum Hoba-Meteoriten unternehmen oder für zwei Tage nach Etosha reisen möchten: „Oma Maryna“ wird sie nicht nur versorgen, sondern sich liebevoll um sie kümmern. Und wenn die Eltern dann wiederkommen und weiterreisen möchten, wird den Sprösslingen der Abschied von diesem großartigen „Spielplatz“ mit Tieren, Weite und Wildnis oftmals schwer fallen.
© Michael Iwanowski: „Kamrav ist eine traditionelle namibische Gästefarm – ohne großen Luxus, dafür mit viel Herz und Gastfreundschaft geführt“
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