Fortsetzung von: Great Zimbabwe oder wie das Land zu seinem Namen kam
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Rhino Tracking im Matobo National Park
Der Tag für ein Rhino Tracking beginnt erwartungsgemäß sehr früh. John Burton, der Inhaber von Hermit’s Peak, unserer Unterkunft hier im Matobo National Park, ist auch gleichzeitig Präsident des Matobo Rhino Trust, einer Stiftung zum Schutz der Nashörner im Park, und lässt es sich nicht nehmen, seine Gäste selbst zu seinen einhörnigen Schützlingen zu führen. Wobei das eigentlich nicht mehr so ganz richtig ist: Um die Tiere für Wilderer uninteressant werden zu lassen, hat man ihnen das Horn entfernt.
Voller Erwartungen machen wir uns auf den Weg. Im Gänsemarsch folgen wir John und dem Ranger und erhalten einige Regeln für unterwegs: So sollen wir in einer Gruppe zusammenbleiben und Abstand zu den Tieren halten. Bullen müssen wir besonders im Auge behalten und langsam zurückweichen, sollte einer in unsere Richtung marschieren. Verstanden, das sollte machbar sein. Uns wird dann allerdings doch etwas mulmig, als wir ein einzelnes Männchen auf einmal vor uns auftauchen sehen. Die Ranger geben uns Handzeichen zum sofortigen Anhalten.
- Die Rhinos sollen hier irgendwo sein
- Da hilft kein Verstecken mehr
- Ganz die Mama 😉
Doch plötzlich macht der kräftige Kerl kehrt und sucht das Weite in der entgegengesetzten Richtung. Huch, haben wir so einen Eindruck hinterlassen … Schnell wird uns klar, dass nicht wir ihn vertrieben haben, sondern ein Geschlechtsgenosse, der hier mit seiner kleinen Familie unterwegs ist und diese beschützt.
Es sind Breitmaulnashörner, auch White Rhinos genannt. Sie leben oft mit dem Vater in Familienbanden zusammen, während die Spitzmaulnashörner, die Black Rhinos, eher als Einzelgänger unterwegs sind. Hier im Park leben beide Arten, wobei die White Rhinos in der Mehrzahl sind.
Matobo Rhino Trust

Auf der Rückfahrt treffen wir den einzelnen Bullen von heute Morgen wieder. Wie es scheint, hat er sich einer Herde Rinder angeschlossen. Was wir zu dem Zeitpunkt noch ganz lustig finden, hat einen ernsten Hintergrund. John erklärt uns, dass sich Wilderer oft als Rinderzüchter tarnen, um ihren Aufenthalt im Park zu rechtfertigen. John checkt sicherheitshalber die Lage und meldet die Rinder.
- „Darf ich mit euch spielen …
- … ???? …
- … Dann halt nicht!”
Balanced Rocks auf den Matobo Hills
Unser Weg führt uns tiefer in den Matobo National Park und zu den Balanced Rocks – scheinbar schwerelos aufeinandergestapelte Gesteinsformationen und Granitberge erheben sich in einer grünen Landschaft aus Mopane- und Akazienbäumen.
An einer ganz exponierten Stelle mit einer fantastischen Aussicht, dem „View of the World“, ist das Grab von Cecil Rhodes.
Steinerne Zeugen der Vergangenheit


Aus dem südafrikanischen KwaZulu-Natal siedelte man Breitmaulnashörner um, zwischen 1962 und 1987 kamen vierzehn Tiere aus Südafrika und Swasiland. Anfang der 1960er-Jahre und dann noch einmal 1986/87 holte man Spitzmaulnashörner aus dem nördlichen Simbabwe. Beide Arten vermehrten sich so gut, dass einige Spitzmaulnashörner in andere Parks in Simbabwe umgesiedelt werden mussten, da die Bestände in Matobo zu hoch wurden.

Die Bemühungen der Zimbabwe Parks and Wildlife Management Authority, mit der Hilfe und Unterstützung lokaler und internationaler Partner, haben es geschafft, diese Verluste einzudämmen, aber die Wilderei bleibt eine große Bedrohung. Infos u. a. Matobo Rhino Trust.
Aber der Matobo National Park ist auch Heimat kleinerer, dabei nicht weniger interessanter Tiere. Ob kunterbunte Eidechsen, vorwitzige Rüsselratten oder kontaktfreudige Raupen mit Sturmfrisur, jeder Bewohner hat hier seinen Platz und seine Daseinsberechtigung.
Letzteres scheint sein Territorium sogar bis aufs kleinste Haar verteidigen zu wollen … 😉
Am späten Nachmittag hören wir, wieder in der Lodge angekommen, lautes Hundegebell. Darauf folgen Schüsse und dann herzzerreißendes Jaulen. Hatte John etwa recht in Bezug auf die „Alibi”-Rinder vom Vormittag? Es waren tatsächlich Wilderer in der Umgebung. Deren Hunde treiben die Nashörner in die Enge und vor die Läufe der Flinten. Die Park-Ranger konnten noch rechtzeitig eingreifen: Die Wilderer sind gefasst, die Hunde tot und die Rhinos am Leben – noch …
Fortsetzung folgt …
© Text, Fotos und Videos: Claudia Heinrich
Tag 6 und 7 der Iwanowski-Reise: Simbabwe und Botswana als geführte Safari