Kommentare 0

Great Zimbabwe oder wie das Land zu seinem Namen kam

Fortsetzung von: Safari durch drei Länder im Südlichen Afrika – Südafrika, Simbabwe und Botswana

Grenzkontrollen sind immer so eine Sache. Entweder es geht ganz schnell und man wird einfach mal so durchgewunken oder man verbringt eine gefühlte Ewigkeit mit anderen Aus-/Einreisewilligen wartend in einer Reihe. Aber nicht die Einreise nach Simbabwe sollte unser Problem sein, sondern die Ausreise aus Südafrika. Nach einigen Versuchen und endlosen Diskussionen fand die zuständige Beamtin irgendwann doch noch das richtige Datum auf ihrem Stempel, und wir konnten sofort und nicht erst in einem Jahr ausreisen. 😉

Ankunft in Simbabwe

Wir sind in Simbabwe angekommen und ich bin überrascht, wie schön die umliegende Gegend ist. Überall grüne, üppige Natur. Die Regenzeit hat gerade begonnen. Eine abwechslungsreiche, wilde Landschaft blättert sich vor uns auf, während wir die hügeligen Straßen entlangfahren. Monolith-artige Granitfelsen ragen links und rechts aus dem Boden.

Ich freue mich auf das, was wir hier alles sehen werden: die Great Zimbabwe Ruins, Namensgeber dieses Landes, die Nationalparks Matobo und Hwange und natürlich die legendären Victoria Falls.

RANDNOTIZ:
Übrigens, das Losungswort für eine am Wegesrand zu verrichtende Notdurft heißt auf unserer Tour „Buschi-Buschi“, was den Truck bei der nächsten Gelegenheit (einem vor Blicken vorbeifahrender Verkehrsteilnehmer schützenden Busch) zum Halten bringt und die ganze Fahrgemeinschaft dahinter verschwinden lässt. Allerdings kann die Definition eines „Busches“, wie wir während der Reise feststellen mussten, mitunter doch recht flexibel ausgelegt werden … 😉

Great Zimbabwe Hotel

Aber zum Glück erreichen wir, zumindest aus meiner Warte, noch rechtzeitig unser nächstes Hotel.

Das Great Zimbabwe Hotel liegt direkt bei den historischen Steinbauten, sodass wir am nächsten Morgen schnell dort sein können.
Am Abend genießen wir unsere schöne Unterkunft mit dem großzügigen Pool und einer tollen Aussicht von der Terrasse und lassen uns auch von ein paar herumtollenden Affen auf dem Gelände nicht stören.
Allerdings rät man uns, auf jeden Fall die Fenster über Nacht geschlossen zu halten …

Great Zimbabwe Ruins

Inmitten der von Granitkuppen unterbrochenen Savannenebene südöstlich von Masvingo liegt die nach den Pyramiden Ägyptens wohl interessanteste archäologische Stätte Afrikas: die etwa 900 Jahre alten Ruinen von Great Zimbabwe – Reich der Munhumutapa. Eine ganz eigene, mystische Stimmung liegt über dem Gelände, das seit 1986 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. „Simbabwe“ stammt aus der Sprache der Shona. Man vermutet eine Zusammensetzung aus: „dzimba dza mabwe“, was etwa so viel bedeutet wie „Steinhäuser“. Eine weitere Ableitung kommt von „dzimba woye“ = „ehrwürdige Häuser“ oder auch Häuser/Gräber von Häuptlingen. Die Portugiesen, die als erste Europäer von den Steinbauten erfuhren, nannten sie in ihren Dokumenten „zimbaoe“. Die Karanga (Volksgruppe der Shona) verwendeten diese Bezeichnung fortan für alle Residenzen von Häuptlingen, auch für die Steinbauten südlich von Masvingo. In den letzten Jahrzehnten generalisierte man die Bezeichnung und übertrug sie bei der Gründung der Republik 1980 auf das gesamte Land: Simbabwe.
Aus Iwanowski’s 101 Safaris

Etwa 15 Minuten dauert der kleine Aufstieg, teilweise durch schmale „Treppenhäuser“, zum Königssitz in den Bergruinen, der „Akropolis“, von der man den besten Blick über das umliegende, etwa 722 ha große Gelände mit den einzelnen Ruinen hat. Man erkennt die kreisförmig angelegte Great Enclosure (Foto re.), vermutlich Wohnstätte der Frauen.
Die Zugänge wurden sehr schmal gebaut. Angreifer konnten so besser separiert und überwältigt werden. Essen wurde täglich zum Herrscher hochgeschleppt. Eine kleine Steinhöhle funktioniert – auch heute noch, wie uns unser Tour-Guide William beweist – als Echo, sodass „Bestellungen“ quer über das Tal gebrüllt wurden.

Unser lokaler Reiseleiter erzählt mit viel Begeisterung (oder Bewunderung … ?!) unterhaltsame Anekdoten aus dem Leben eines Herrschers. Er soll mit 200 Frauen 1.000 offizielle Kinder gezeugt haben, auch dank eines bestimmten, Kraft verleihenden Baumes, von dem ein Ableger noch heute in der Ruine zu finden sein soll …

Im angrenzenden Museum kann man viele Fundstücke ansehen und sich durch originalgetreue Nachbauten einen Überblick über das Gelände verschaffen. Da gerade der Strom ausgefallen ist, bekommen wir unsere Führung mit Taschenlampe, was die ganze Geschichte um die sagenumwobene Stadt noch spannender und geheimnisvoller erscheinen lässt. Vermutlich hat dies jemand absichtlich als Spezialeffekt eingerichtet. 😉

Hermit’s Peak Lodge – in Einklang mit der Natur

Es geht weiter zu unserer heutigen Unterkunft Hermit’s Peak am Rande des Matobo National Park. Hübsch liegen die einzelnen Quartiere um einen kleinen Natur-Pool herum. Eine heimelige, gemütliche Atmosphäre breitet sich hier im Schutz riesiger Granitfelsen aus. Wir sind die einzigen Gäste, abgesehen von den Dutzenden, um uns herumschwirrenden Vögeln. Unser Abendessen wird vor unseren Augen in der Küche der offenen Lounge zubereitet und schmeckt einfach lecker.

John, der Besitzer der Lodge, begrüßt uns herzlich und erzählt, was uns am nächsten Tag alles bevorsteht. Wir können es kaum noch erwarten … 

Fortsetzung folgt

© Text und Fotos: Claudia Heinrich

Schreiben Sie eine Antwort


Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.