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Hwange National Park: Ein Paradies für Tiere

Fortsetzung von: Matobo National Park: Gemalte Rhinos und Balancierende Steine

Ich persönlich mag ja die Regenzeit auf Safaris lieber als die Trockenzeit. Man sagt zwar, dass man weniger Tiere zu Gesicht bekommt, da diese nicht gezwungen sind, an die Wasserlöcher zu pilgern, und dass das üppige Gras ihnen genug Versteckmöglichkeiten bietet … Allerdings kann ich das so nicht pauschal bestätigen. Wie auch bei anderen Reisen verbinde ich nur positive Erinnerungen mit dieser zuweilen äußerst erfrischenden Periode.

Die Landschaft ist schön grün, die Tiere sind glücklich, satt und entspannt. Und vor allem sieht man überall den niedlichen Nachwuchs, der bei dem zu erwartenden guten Futterangebot eine bessere Überlebenschance hat. Das gilt übrigens für Beutetiere genauso wie für Räuber.

Ganz gechilled – junge Löwen bei der Siesta

Ach so, und die Wahrscheinlichkeit, ins simbabwische Fernsehen zu kommen, steigt prozentual mit dem Wasserpegel … Aber dazu mehr in der nächsten Woche.

Safari im Tierparadies Hwange

Wir verlassen Matobo, den ältesten Nationalpark Simbabwes, und fahren in Richtung Norden zum Hwange National Park, dem mit 14.650 km² größten Schutzgebiet des Landes. 

Hier hat die Regenzeit gerade begonnen. Nach einigen sehr trockenen Monaten ist jeder Tropfen mehr als willkommen. Das spürt man auch an der Ausgelassenheit einiger Bewohner, die, natürlich mit einer gewissen genetischen Prägung, sich beim Schlammcatchen auf dem Termitenbau vergnügen. Und sich dabei hin und wieder einen Snack genehmigen. 

Vögel im Hwange National Park

Südlicher Gelbschnabeltoko / Yellow-billed Hornbill – auch „Flying Banana“ genannt

Der Hwange National Park zählt zu den wildreichsten Tierreservaten der Erde. Über 400 Vogelarten sind hier ganzjährig oder auf der Durchreise anzutreffen.

Aber das Schönste sind die Tierkinder, die hier einen Großteil unserer Aufmerksamkeit bekommen.

Ganz oben auf der Tierkinder-Like-Liste sind, nach einer nicht repräsentativen Umfrage und meiner Erfahrung in den sozialen Medien, Zebra-Fohlen.

Die kleinen „Streifenhörnchen“, die wie ein Minimi ihrer eigenen Verwandtschaft aussehen, versetzen nicht nur eingefleischte Afrika-Fans in wahres Verzücken.

Wir erfahren von unserem lokalen Guide, dass Mutter und Kind nach der Geburt erstmal für ein paar Stunden verschwinden, damit das Kleine in Ruhe den individuellen Streifenlook der Mutter verinnerlichen kann (das gilt umgekehrt genauso). Nach dieser Prägung werden sie sich in der Herde immer wiederfinden.

Doch manch einer scheint noch nicht seinen One-and-only für die ganz individuelle Familienplanung gefunden zu haben …

Zu den emanzipierten Tier-Pärchen hier im Park gehören sicherlich die Steenboks (Steinböckchen). Wenn sich diese Zwergantilopen verlieben, bleiben sie sich ein Leben lang treu. Vielleicht ist das Geheimnis dieser langen Partnerschaft eine gewisse Distanz. Jeden Morgen verabschieden sie sich voneinander und gehen zur Arbeit bzw. auf Futtersuche. Bei Sonnenuntergang finden sie sich wieder zusammen und erzählen sich sicher vor dem gemeinsamen Einschlafen, wie ihr Tag so war? 😉

Mrs und Mr Steenbok

Cecils Erben im Hwange National Park

Doch die eigentlichen Könige des Hwange National Park sind Wumba und Nestayi. Cecil, ihr berühmter Vater und der unbestrittene Herrscher über das Reich im Norden Simbabwes, wurde 2015 von einem rücksichtslosen Trophäenjäger erschossen. Das Verbrechen hat weltweit Aufsehen erregt und eine große Lücke hier im Park hinterlassen.

Nun haben die beiden Prinzen, die ihrem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten sind, seine Nachfolge angetreten und hoffentlich schon einige Stammhalter gezeugt. Wir treffen sie völlig relaxt direkt neben unserem Picknick-Platz an und können uns von diesem Anblick gar nicht losreißen.
Als wir den Park verlassen wollen, kreuzt noch eine Herde Elefanten unseren Weg.

Miombo Safari Lodge

Nach diesem aufregenden Tag mit vielen Tiererlebnissen freuen wir uns auf unsere Unterkunft. Die Miombo Safari Lodge liegt in einem privaten Konzessionsgebiet in der Nähe des Parks. Die gemütlich ausgestatteten Chalets sind ebenerdig oder auf Stelzen. 

Ein nahes Wasserloch zieht regelmäßig Wildtiere an, weshalb man bei Einbruch der Dunkelheit nur in Begleitung eines Mitarbeiters, die übrigens alle unglaublich freundlich und hilfsbereit sind, umherlaufen sollte.

Direkt am Haupthaus lädt der schöne Pool zur Entspannung ein. Man ist hier mitten in der Wildnis und hat trotzdem allen Komfort, den man sich nur wünschen kann.

Fortsetzung folgt

© Text, Fotos und Videos: Claudia Heinrich

Tag 6 und 7 der Iwanowski-Reise: Simbabwe und Botswana als geführte Safari

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