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Teil 2: Sambia – das geheime Paradies Afrikas

Im Herzen des Lower Zambezi National Park

Unsere Reise führt uns im Buschflieger weiter in den Lower Zambezi National Park, der ein wahrer Garten Eden ist. Die Auswahl an Safari-Aktivitäten ist hier besonders vielfältig. Neben Pirschfahrten und Walking Safaris werden Bootsfahrten, Angel- sowie Kanu-Touren angeboten. Ich bin jetzt schon gespannt, was uns erwartet. Bereits aus luftiger Höhe nehmen wir die sich wechselnde Landschaft wahr, die sich nun durch Wasserstraßen und Inseln auszeichnet.  Mittendrin erkennen wir Elefanten und Büffel, die grasen oder durchs Wasser schreiten und ein Bad nehmen. Welch ein schönes Panorama! Am Jeki Airstrip angekommen, werden wir freundlich von unserem neuen Guide in Empfang genommen und zunächst per Straßentransfer und anschließend per Boot über den Sambesi zu unserem nächsten Domizil, dem Chiawa Camp (Chiawa Safaris), transferiert. Die frische Brise tut gut und die Bootsfahrt ist eine willkommene Ablenkung. Das familiär geführte Chiawa Camp liegt innerhalb des Lower Zambezi National Park, direkt am Ufer des unteren Flusses. Unter riesigen Mahagonibäumen befinden sich neun luxuriös ausgestattete Zelte mit einem traumhaften Ausblick. Der Camp-Manager Simon und sein Team sind uns sofort sympathisch. Nach einem kühlen Willkommensgetränk und dem Briefing werden wir zu unserem Zeltchalet begleitet. Doch viel Zeit zum Ausruhen bleibt nicht, denn die erste Pirschfahrt lässt schon auf sich warten. Zunächst begegnen wir vielen Elefanten und Büffelherden. Aber auch Vogelliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Der bunte Storch im Fluss erweckt den Anschein, als stände er Model für ein Portrait. Offenbar bemerkt der Guide unseren fragenden Gesichtsausdruck und erklärt, dass der Vogel auf Beutefang ist. Nach Einbruch der Dunkelheit bietet sich noch die Gelegenheit, im Schein der Such-Lampe nachtaktive Tiere zu entdecken. Und so kommt es, dass wir ganz spontan zwei Stachelschweinen über den Weg laufen. Doch sie sind so schnell, dass ich sie nicht richtig aufs Bild bekomme. Nach der Rückkehr im Camp werden wir mit afrikanischen Sing- und Tanzeinlagen empfangen. Wie schön, da geht uns glatt das Herz auf. Anschließend werden wir über eine Treppe auf eine Empore, in einen privaten Bereich geführt, wo uns ein Dinner erwartet. Das grenzt schon fast an eine Hochzeitsreise.

Komm Fischi, komm!

Am nächsten Morgen freuen wir uns nach einem schmackhaften Frühstück am Lagerfeuer auf ein neues Abenteuer, und zwar eine Angel-Safari. Die Tiervielfalt am Fluss enttäuscht keineswegs. Zahlreiche Wasservögel, Kingfishers, Störche, Enten und Reiher machen sich bemerkbar. Schnell zeigt sich, dass Katrin bereits ein wenig Erfahrung beim Fischen hat. Gekonnt wirft sie die Angel aus und schon kurze Zeit später beißt bei unserer norddeutschen Sprotte doch tatsächlich etwas an. Vielleicht ein dicker Tigersalmler? Na, wer sagt´s denn? Schon zieht sie die Beute an Land. Das Mittagessen ist gesichert (hihi). Leider nein, denn hier heißt es catch and release. Also, wieder rein ins Wasser mit dem Fang. Ich selbst stelle mich nicht ganz so geschickt an, aber mit etwas Hilfestellung beißt auch bei mir schon bald etwas an. So habe ich doch noch mein Erfolgserlebnis.

Im Anschluss lässt es sich Simon nicht nehmen, uns zu einem Lunch auf dem Sambesi einzuladen. Hier bleiben wirklich keine Wünsche offen. Wir sind beide sprachlos über diesen Einfallsreichtum! Kann mal bitte jemand die Zeit anhalten?

Lunch auf dem Boot

Auf Tuchfühlung mit Elefanten

Danach geht es per Bootstransfer weiter zum Schwestercamp Old Mondoro (Chiawa Safaris). Das rustikale Bush Camp vermittelt dem Besucher Naturbelassenheit und Authentizität: Die Zelte aus Holz- und Bambusstrukturen sind sehr offen und natürlich gebaut und mit einer Plane überzogen. Sie verfügen über eine Dusche und Wanne im Freien. „Schau mal“, rufe ich aus. Gleich vor der Veranda unseres Zelt-Chalets sehen wir eine verspielte Elefantenfamilie im Fluss baden. Sensationell! Besonders in der Trockenzeit kommen Elefanten, Büffel und viele andere Tiere ans Ufer. Dank der nahen Wasserstelle wirkt das Camp wie ein Magnet auf die Tiere, denen die Besucher auf abenteuerlichen Safaris „Besuche“ abstatten.

Ein unvergessliches Erlebnis

Den anschließenden Game Drive werden wir so schnell wohl nicht vergessen … Die Sonne ist bereits untergegangen, als wir uns auf dem Rückweg zum Camp befinden. Plötzlich dreht der Guide das Lenkrad um und bringt den Wagen nach einer holprigen Bergfahrt letztlich zum Stehen. Mit einem roten Strahler deutet er auf den am Boden dösenden Leoparden. Wow! Wie genüsslich die Wildkatze dort liegt und sich die Tatzen leckt. Das muss ich unbedingt festhalten. Nach einigen fotografischen Künsten komme ich dann doch noch zu meinem Bild. Großartig! Mittlerweile ist es ganz schön frisch geworden und Katrin wälzt sich in die kuschelige Fleecedecke ein, die zur Ausstattung des Fahrzeugs gehört. Nach einer Weile des Beobachtens treten wir dann die Heimfahrt an. So weit, so gut.

Wehmütig packen wir am nächsten Morgen unsere Koffer, als Katrin auf einmal feststellt, dass ihre Bauchtasche und Trinkflasche fehlen. Das auch noch. Beim Frühstück überbringt unser Guide ihr dann die Trinkflasche, die sie am Abend zuvor im Wagen hatte liegen lassen. „Und die Bauchtasche?“ Die hat keiner gesehen. „So ein Mist … Da ist auch noch mein Reisepass drin.“ Und gleich herrscht große Aufregung im Camp. Angespannt lassen wir den gestrigen Nachmittag und Abend Revue passieren. Wir sind uns sicher, dass Katrin die Tasche bei sich hatte. Aber wenn sie nicht im Wagen ist, wo ist sie dann? „Vielleicht hast du sie am Lagerfeuer gestern Abend vergessen. Da wurde doch auch dein Handy gefunden.“ Leider Fehlanzeige. Die Camp-Managerin Juliette bespricht sich mit den Guides und kurz drauf brausen die Jungs auch schon mit dem Safariwagen davon. Die Wahrscheinlichkeit, eine verlorene Bauchtasche mit Reisepass im Busch zu finden, ist genauso gering wie eine Nadel im Heuhaufen aufzuspüren. Mit Juliette reden wir bereits über die Option eines Ersatzpasses und die Dauer der Beantragung. Dass wir Samstag haben und am kommenden Dienstag aus Sambia abreisen, macht die Sache nicht einfacher. Ich sehe mich schon allein zurückfliegen. Juliette erklärt uns, sie tue alles, was in ihrer Macht stehe, und sei in direktem Kontakt mit den Guides. Sie schlägt vor, wir sollten gleich in aller Ruhe den Bootstransfer zu unserem letzten Camp nehmen. Denn hier im Old Mondoro Camp könnten wir außer abwarten auch nichts anderes machen. Sie werde sich dann später bei uns melden. Mit einem mulmigen Gefühl machen wir uns schließlich auf.

Dösender Leopard

Ende gut, alles gut

Unsere letzte Unterkunft im Busch ist das exklusive Anabezi Camp (Anabezi), am Ufer des beeindruckenden Sambesi-Flusses.  Es ist umgeben von Anabäumen, die dem Camp seinen Namen verliehen haben, der sich aus Ana und (Zam)bezi zusammensetzt. Da die Elefanten, die sich häufig am Flussufer aufhalten, eine Schwäche für die gelben Früchten der Bäume haben, kann man die Tiere aus unmittelbarer Nähe beobachten. Das Camp besteht aus zwölf geräumigen Safari-Zelten, die auf Holzplattformen stehen und so einen herrlichen Blick auf den Lower Sambesi National Park eröffnen. Nachdem wir unser Chalet bezogen und uns ein wenig ausgeruht haben, geht’s auf eine weitere Site Inspection ins Schwestercamp Amanzi. Als wir zurückkehren, erwartet uns eine großartige Nachricht. Die Guides des Old Mondoro Camp haben doch tatsächlich Katrins Bauchtasche wiedergefunden. Und auch der Reisepass ist noch drin. Vor unserem geistigen Auge sahen wir schon Afrikanische Wildhunde, die sich über einen Reisepass hermachen, denn Juliette teilte uns noch vor Abreise mit, dass man bei unserem Sundowner-Spot Spuren von Wild Dogs in alle Richtungen gesehen hat. Die Freude und Bestätigung sind groß, dass die Hoffnung doch bekanntlich zuletzt stirbt. Natürlich möchten wir hören, wo denn die Tasche gefunden wurde. Was soll ich Euch sagen? Sie wurde an der Stelle gefunden, wo wir am Abend zuvor den Leoparden gesichtet haben. Anscheinend ist die abgelegte Tasche beim Einmümmeln in die Fleecdecke vom Auto gefallen. Da es dunkel war, hat keiner etwas bemerkt. Was haben wir doch für brillante Guides! Sie kennen den Busch wirklich wie ihre Westentasche.

Auf Kanu-Safari

Der nächste Tag steht noch einmal ganz im Zeichen der Tierbeobachtung. Am Morgen unternehmen wir einen Bushwalk. Diesmal sehen wir den Bau eines Erdferkels und versuchen uns im Spurenlesen. Nachdem wir zurück im Camp sind, haben wir zum ersten Mal Zeit, am Pool zu entspannen. Herrlich … Das kühle Nass tut bei der Hitze richtig gut. Und dabei noch wandernde Elefanten beobachten. Gegen nichts in der Welt würde ich gerade tauschen. Doch auf die spätere Kanu-Safari freue ich mich schon ganz besonders, denn die ist einmalig im Lower Zambezi National Park. Zwei versierte Kanu-Guides weisen uns in die Fahrt mit dem Kanu ein. Und dann geht’s auch schon los. Voller Elan greife ich zum Paddel und freue mich wie ein Schneekönig auf das Abenteuer. Oft sieht man Elefanten und Büffel am Ufer. Und im Wasser jede Menge Flusspferde! Für einen kurzen Moment stockt mir der Atem. Ein bisschen Adrenalin gehört dazu. Dennoch fühle ich mich sicher und folge den Anweisungen des Guides. Genüsslich fahren wir durch eine Lagune. „Schaut mal, das Krokodil dort!“, tönt es in meinen Ohren. Für ein Foto hat´s noch gereicht, aber näher ranfahren muss auch nicht sein. Und dann sind wir auch schon am Bootsanleger im Camp angekommen und starten direkt mit dem Motorboot weiter, um unseren letzten Sundowner zu genießen. Cheers!

Letzter Sundowner auf dem Sambesi

High End

Heute heißt es Abschied aus dem Busch nehmen. Überschwänglich bedanken wir uns beim gesamten Anabezi-Team und fahren mit unserem Guide Lawrence zum Airstrip. Nach kurzer Zeit sehen wir Geier in der Luft kreisen. Lawrence ruft, da müsse was sein, und dreht den Wagen. Schaffen wir es denn noch rechtzeitig zum Flug? Na klar, ein Puffer wird ja immer eingeplant. Als wir an besagter Stelle eintreffen, wimmelt es nur so von Wild Dogs. Als sie uns sehen, ihr könnt es euch nicht vorstellen, beginnt ein Hundegejaule. Und dann sehen wir den zerrissenen Büffel. Laurence meint, dass die Jagd nur wenige Stunden her sein müsse. Nach und nach stürzen sich die Wildhunde auf ihre Beute. Auch Marabus sind zu sehen. Katrin und ich schauen uns an und können es nicht fassen. Das müssen wir filmen! Absolut high end!

Bye Bye Zambia

Per Buschflieger geht es dann nach Lusaka, wo wir eine letzte Nacht in der Lilayi Lodge verbringen, bevor es zurück nach Deutschland geht.  Und so geht eine traumhafte und abenteuerliche Reise mit meiner allerliebsten Kollegin zu Ende. 🙂

© Text: Vivien Peiffer
© Fotos: Vivien Peiffer

 

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