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Saskia und Benni unterwegs in Uganda

Seit Jahren sind wir, Saskia und Benni Füger, gemeinsam auf Reisen und haben so mittlerweile schon Europa, Asien, Ozeanien und Amerika bereist. Am meisten faszinieren uns dabei die Naturschönheiten und die vielfältige Flora und Fauna, die es überall zu entdecken gibt. Ob Orang-Utans auf Borneo, Bergseen in Tibet oder Grizzlybären in Alaska: Jeder Tag, jede Begegnung ist einmalig.
Vor 3 Jahren haben wir erstmals Afrika bereist und dabei vorwiegend den südlichen Teil (Namibia, Botswana, Südafrika …) erkundet. Unsere Begeisterung für den Kontinent, seine Tierwelt und atemberaubenden Landschaften ist nach wie vor nicht erloschen. So machten wir uns dieses Jahr erneut auf zu einem großen Abenteuer – Uganda, die Perle Afrikas, wartete auf uns …

Auf nach Ost-Afrika!

Los geht’s mit einem Nachtflugflug über Dubai nach Entebbe. Nach einer 24-stündigen Anreise mit 2 Stunden Schlaf landen Benni und ich ziemlich müde, aber vor allem sehr aufgeregt in Uganda, wo unser 4-wöchiger Trip beginnt. Während ich, von den ersten Eindrücken erschlagen, einfach die Fahrt und Umgebung auf mich wirken lasse, bin ich zum Glück auch zu müde, um schon an den nächsten Tag zu denken: Dann müssen wir uns nämlich mit einem Geländewagen selbst durch die Massen von Autos, Bussen, Rollern, Menschenmassen, spielenden Kindern, Straßenverkäufern, Ziegen, Hühnern, Schweinen, Kühen, Straßensperren und Schlaglöchern auf den Straßen schlängeln, denn hier fängt morgen unsere 17-tägige Selbstfahrerreise im Geländewagen durch Uganda an.
Der Wecker klingelt um 6:30 Uhr. Ich hätte gern mehr Videos und Fotos gemacht, aber ich war zur sehr mit Autofahren beschäftigt. Genau genommen mit meinem schreienden Beifahrer:3 Roller von links, Bus von rechts, Achtung Kuh-Herde ohne Hirte in 100 Metern rechts, Fußgänger kreuzen von allen Seiten, Gegenverkehr im Kreisverkehr, Kreisverkehr?!, Person mit einem Fahrrad auf dem Kopf von links …“ Was wir in diesen 5 Kilometern gesehen haben, würde reichen, um einen abendfüllenden Reisevortrag zu halten: Es gibt alles zu sehen, was man sich vorstellen und nicht vorstellen kann!

Kurzer Stopp im Ziwa Rhino Sanctuary

Unsere heutige Fahrt unterbrechen wir für einen Besuch im Ziwa Rhino Sanctuary. Oberstes Gebot: kein GPS anschalten, um Wilderer nicht auf die Spur zu bringen. Nashörner sind eine begehrte Beute, da das Horn z. B. in Vietnam als medizinische Wunderwaffe gilt. Es soll angeblich als Potenzmittel wirken, Krebs heilen oder einen Kater eindämmen. Dass dies nicht der Wahrheit entspricht und das Horn des Nashorns dieselben Bestandteile wie menschliche Fingernägel aufweist, verhindert die Jagd und den Handel leider nicht.
Auf der Farm erhält man nicht nur massig Informationen über die Tiere und das Projekt, man darf sich auch in Begleitung eines Rangers im Gebiet zu Fuß bewegen und die Nashörner besuchen. Wichtig: Man darf keine Laute von sich geben und sollte sich bei einem Angriff möglichst hinter einen Baumstamm stellen oder – noch besser – direkt weit hoch auf einen Baum klettern.
Wir kämpfen uns durch Gestrüpp und hohes Gras, kommen uns ein bisschen vor wie bei Jurassic Park, bis es plötzlich vor uns raschelt. Ein kleines, süßes Äffchen im Baum! Und dahinter raschelt es nicht, sondern es poltert und schmatzt, und während ich noch den höchsten bekletterbaren Baum in der Nähe suche, stehen wir auch schon direkt vor einem Nashorn mit Baby!
Für uns geht’s nun weiter in Richtung Norden zu dem Murchison Falls National Park, wo wir die nächsten 2 Tage verbringen werden.

Auf Safari im Murchison Falls National Park

Um 5:45 Uhr klingelt der Wecker. Die Fährzeiten sind trotz Hauptsaison nur 2-stündig und wir sind froh, dass wir es nach ganz vorn in die Schlange geschafft haben – sehr gequetscht passen nämlich nur etwa 6 Autos oder eben ein Schulbus auf die Fähre. Nach 10 Minuten Fahrt sind wir auf der gegenüberliegenden Seite des Nils angekommen und beginnen unsere Safari.
Beeindruckt von der Landschaft, die sich sehr von „unserer Seite des Nils“ unterscheidet, finden wir schnell die ersten Tiere: Elefanten- und Giraffen-Herden, Warzenschweine und viele verschiedene Böcke, außerdem ebenso riesige wie schöne Vögel. Die Vegetation ist hier sehr vielfältig, von weiten Steppen über Sandpisten wie im Oman bis hin zu meterhohem Gestrüpp. Trotz Ende der Trockenzeit ist es hier überall grün und hoch bewachsen. Merkwürdig … Wir philosophieren gerade darüber, wie schwierig es wohl sein wird, hier Raubkatzen zu entdecken, und bedauern, dass Löwen nicht pink sind oder so groß wie der Büffel, der gerade vor uns in der Wiese grast und an dem in diesem Moment ein kleines Löwenjunges vorbei schleicht. Ein Löwenjunges!!! Aus dem Nichts tappst es durch das trockene Gras und läuft geschwind zur Mama, die sich dann schützend vor ihren Nachwuchs setzt und uns den Blick versperrt. Wir können unser Glück mal wieder kaum fassen – wie so oft waren wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort …
Wir kommen noch noch rechtzeitig für einen Kaffee, um den Vormittag zu verdauen, bevor es auf die 3-stündige Bootsafari zu den Murchison Falls geht.

Hauajuuuuuuuu!!!

Weiter geht’s auf dem Weg nach Kibale. Die netten, winkenden Menschen und die tolle Landschaft lenken super vom ruckelnden Fahren ab. Auf unserem heutigen Trip sehen wir vor allem riesige Teeplantagen, woraufhin Benni beschließt, ab sofort in Afrika Teetrinker zu werden.
Am Mittag überlegen wir, was wir noch machen können, und entscheiden uns für eine Kratersee-Wanderung – denn wir haben schon tolle Spots auf dem Weg gesehen. Im Ort müssen wir erstmal vorbei an einer Horde Schulkinder. In ihren Schuluniformen laufen sie kreuz und quer vor unserem Auto, klopfen gegen unsere Scheiben und freuen sich, dass wir uns mit ihnen freuen. Ein sehr sympathischer einheimischer Guide begleitet uns dann auf unserer Wanderung und bringt uns zu tollen Aussichtspunkten auf die Seen.
Anschließend stellt er uns noch in seinem Ort vor, wo wir zirka 10.000-mal auf ein lautes „hauajuuuu“ mit „thank you, good!“ antworten und anschließend meist eine interessierte Kids-Truppe im Schlepptau haben

Schimpansen-Trekking

Heute erleben wir ein großes Highlight unserer Reise: die Suche nach Schimpansen. Ausgerüstet mit Wanderschuhen, eingesprüht mit Moskitoabwehr und mit der Regenjacke im Rucksack parat stehen wir bereit für das Abenteuer. Einige Kilometer schlagen wir uns ordentlich durch Büsche, klettern über Wurzeln und Ameisenstraßen. Plötzlich hören wir die ersten Schimpansen-Rufe. Es ist extrem spannend, weil man keine Ahnung hat, wie lang und weit man laufen muss, um etwas zu entdecken, und die Geräusche im Wald unglaublich vielfältig sind. Überall schreit, piept, ziept und brüllt irgendwas. Wir kämpften uns quer durchs Gestrüpp, bis wir auf einmal in 5 Metern Entfernung eine Schimpansen-Familie entdecken, die Nüsse am Boden knackt! Dass es eine Familie sein muss, erkenne ich sofort, weil ein kleines Baby lustig die Liane auf- und abschwingt … Wahnsinn! Die Affen lassen sich von uns nicht stören, laufen sogar auf uns zu und kommen erst richtig in Bewegung, als in einiger Entfernung weitere Affen in den Bäumen schwingen und laut brüllen. Wir verbringen ca. 1 Stunde mit den knapp 30 Schimpansen, die immer wieder ruhig am Boden Nüsse verzehren und dann wie aus dem Nichts aufspringen, schreiend losrennen, von Baum zu Baum hüpfen um dann wieder auf dem Boden sitzend so zu tun, als wäre nichts gewesen. Als eine Gruppe Affen vollkommen erschöpft zum Mittagsschlaf bereit ist, ist der größte von ihnen auch schon im Sitzen eingeschlafen – und schnarcht laut und zufrieden. Wir lassen den Schimpansen ihre Ruhe und schleichen uns zufrieden und glücklich durch den Wald. YEAH! Was ein Tag!!!

Queen Elizabeth National Park

Nach Ankunft in unserer nächsten Lodge stellen wir fest, dass wir mal wieder die einzigen Gäste sind. Da wir am Nachmittag eine Fahrt auf dem Kazinga-Kanal gebucht haben, machen wir uns auf den Weg in den ca. 25 km entfernten Queen Elizabeth National Park. Ab ins Boot und auf den Kanal, wo die weltweit größte Population an Nilpferden lebt. Und ich liebe ja Nilpferde! Wir tuckern 2 Stunden gemütlich durch den Fluss, sehen unzählige Hippos (sogar mit Babys), viele Büffel und Krokodile. Zum Sonnenuntergang geht es zurück, über den Äquator, zur Lodge, wo das Abendessen schon auf uns wartet.

Das Highlight unserer Uganda-Tour: die Berggorillas

… oder auch: Hierfür haben sich die mittlerweile über 1.200 Kilometer Buckelpiste gelohnt!
Wir befinden uns in unserer Lodge mitten im Gorillawald – Benni macht in der Nacht kaum ein Auge zu, so aufgeregt ist er … Werden wir heute die Berggorillas finden, die uns eigentlich überhaupt erst dazu veranlasst haben, Uganda als unser diesjähriges Reiseziel zu wählen?
Am Morgen sind wir also viel zu früh wach – bzw. ich stehe vor dem Wecker auf, Benni ist sozusagen „noch“ wach. Nach einer halbstündigen Fahrt werden wir schließlich in einer Sechsergruppe einem Ranger zugewiesen. Außerdem begleiten uns 2 bewaffnete Polizisten und einige Träger. Nach einer moderaten Wanderung machen wir unser erstes Päuschen.
Funkspruch: Die Tracker haben die Affenbande gesichtet und die Fährte aufgenommen. Jedoch sind sie noch so in Bewegung, dass es für uns keinen Sinn ergibt, schon weiterzulaufen, denn die Richtung ist noch ungewiss. Wir warten also weiter … Dann endlich ein weiterer Funkspruch und auf einmal geht alles ganz schnell – wir sputen dem Ranger hinterher, dem es auf einmal nicht schnell genug gehen kann, Benni an der Spitze, ich dicht hintendran.
Und während wir uns durch Gestrüpp kämpfen, über Baumstämme klettern und über Wurzeln stolpern (sogar durch Spinnennetze – jetzt ist alles egal), sehen wir ca. 50 Meter entfernt einen Gorilla aufspringen, der mit lautem Geschrei auf den Ranger zugeht. Ich kann kaum an Bennis Fersen bleiben, der plötzlich unmittelbar neben einer Gorilladame steht. Wow!

Etwas versteckt im Gebüsch sitzt sie ganz lieb und knuspert an den Ästen und Blättern. Schnell hat sie wieder ihre Ruhe, als es auf einmal hinter uns raschelt und ein kleiner Wollknäuel mit Beinen auf uns zugerollt kommt. Ein winziger Baby-Gorilla, der seiner Mama entwischt ist, die das Spiel aus einiger Entfernung ganz genau zu beobachten scheint. Der Kleine tobt sich weiter aus, als es wieder raschelt und der mächtige Silberrücken der Gruppe erscheint. Er klettert einmal für uns aus seinem Gebüsch, zeigt sich von hinten (damit wir auch sehen, wer hier der Chef-Affe ist) und setzt sich wieder gemütlich in seinen Busch. Wahnsinn! Dieser Gorilla ist mit Sicherheit dreimal so schwer und dreißigmal so stark wie ich. Und nochmal 2 Köpfe größer. Mir ist mulmig zumute.
Als wir eigentlich denken, dass es nicht mehr besser geht, nimmt mich der Ranger an die Hand und zieht mich weiter durch die Büsche. Und es ist kaum zu glauben, dort wartet noch eine ganze weitere Familie auf uns. Zusammengekuschelt liegt da ein Silberrücken mit seiner „Frau“, 2 kleine Babys springen um die beiden herum und strapazieren die Nerven ihrer Eltern. Der Papa gibt ab und zu mal ein Stöhnen von sich, doch die 2 Kleinen sind nicht aufzuhalten. Purzelbäume, Klettern, Ärgern … eigentlich ist das alles unbeschreiblich, was wir hier erlebt haben, wie menschenähnlich Mimik, Gestik und die Bewegung der Gorillas sind – unglaublich!
Nach exakt einer Stunde fordert uns der Ranger auf, die letzten Fotos zu knipsen und Minuten zu genießen, denn länger darf man hier zum Schutz der Gorillas nicht bleiben. Wir haben die vergangene Stunde vor Faszination kaum geredet, und als wir uns wieder unterhalten können, fehlen uns die Worte. Der Ranger fragt, wie es uns gefallen hat, und jeder bringt nur – teils mit Tränen in den Augen – „unfassbar“, „unbeschreiblich“ oder Ähnliches raus.

Auf dem Weg zum Lake Mburo

Die letzten Tage in Uganda fahren wir vorbei an den berühmten Virunga-Bergen. Wir zelten am Lake Bnyuonyi und Lake Mburo und gehen es ganz entspannt an – Benni schwimmt erst mal im Pool mit Blick über den Nationalpark.

Wir fahren in den Nationalpark, in dem es neben Hippos, Büffel, Giraffen etc. auch Leoparden geben soll. Nach der letzten großen Suchaktion nach den baumkletternden Löwen nehme ich mir für heute einfach vor, nach süßen, bunten Vögelchen Ausschau zu halten – davon gibt es hier nämlich eine Menge und so kann man sich ständig freuen. Wenn man nach einem Leoparden Ausschau hält, wird nämlich jeder wackelnde Ast im Wind zum Leopardenschwanz. Obwohl wir nun schon einiges an Safari-Erlebnissen hinter uns haben, ist jeder Tag besonders. Ein Wasserloch mit sehr vielen verschiedenen Tieren, die ihren Durst stillten, war heute unser Highlight.
Der Tagesausflug endet mit einer riesigen „Verfahr“-Tour im Park, denn die Karte von unserem Navigationssystem ist wohl nicht ganz aktuell – eher wirkt es wie eine Karte für einen komplett anderen Park. Zum Glück waren keine anderen Touristen im Park unterwegs, denn so konnten wir unseren Spuren auf den Sandstraßen folgen und wussten, welche Wege wir bereits ausprobiert hatten und welche uns nicht zum Ziel führten. Die letzte sternenklare Nacht verbringen wir in wilder Umgebung im Zelt in Uganda

Weiter geht`s nach Tansania …

Nach 16 Tagen und über 2.000 Kilometern Uganda-Erfahrungen geht die Reise nun weiter in Richtung Tansania.
Ein ausführlicher Bericht zu Uganda, weitere zahlreiche Bilder und der weitere Reiseverlauf in Tansania sowie Berichte zu unzähligen vorherigen Reisen gibt es zu entdecken auf:
www.weltreisemitbenniundsaskia.blogspot.de

© Text und Fotos: Benni und Saskia Füger

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Weitere Informationen zu Uganda, inklusive Routenvorschlägen, Unterkunfts-Tips und vielem mehr, finden Sie in unserem Uganda-Reiseführer.

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