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Roadtrip durch den Oman: Zwei Männer und die Wüste

Oman ist noch immer ein Geheimtipp. Das Sultanat im Südosten der Arabischen Halbinsel ist ungefähr so groß wie Deutschland und eines der stabilsten und sichersten Länder der Region. Die Menschen, die hier leben, gelten als aufgeschlossen, hilfsbereit und gastfreundlich. Anfang April ging es für uns, Pier Tegas und Sven Müller, Reiseberater bei Iwanowski’s Reisen, zum ersten Mal mit Oman Air in dieses spannende, uns bis dahin unbekannte Land – den Kopf voll mit Vorstellungen von Tausendundeiner Nacht, von Sindbad und vom Kleinen Muck. Im Folgenden möchten wir Ihnen unsere ganz persönlichen Highlights präsentieren.

Offroad durch das Wadi Bani Awf

In der Hauptstadt Maskat stellt uns unsere Agentur zwei Touren zur Auswahl, um mit unserem Toyota Landcruiser ins Jebel-Akhdar-Hochgebirge zu fahren. Die eine Option ist eher gemütlich und führt über geteerte Straßen. Die zweite klingt deutlich anstrengender und führt über eine längere Offroad-Strecke. Wir nehmen natürlich die zweite. Auf der abwechslungsreichen Route müssen wir auf unbefestigter Strecke das Wadi Bani Awf durchqueren. Für die 40 km brauchen wir etwa 2 Stunden.

Es gibt aber noch einen weiteren Höhepunkt: Wir kommen an einem Fußballplatz vorbei, von dem man munkelt, dass sich hier die deutsche Nationalmannschaft auf die Fußball-WM 2022 in Katar vorbereiten wird.

Viehmarkt in Nizwa

Bei einem Besuch in Nizwa gibt es viel zu besichtigen, immerhin ist die Stadt inmitten des omanischen Kernlands eines der spirituellen und kulturellen Zentren des Landes und war in früheren Jahrhunderten sogar dessen Hauptstadt. Unser persönlicher Höhepunkt ist aber der Viehmarkt am Fort. Wenn man das Glück hat, an einem Freitagmorgen in der Stadt zu sein, ist ein Besuch eigentlich ein Muss. Von 6 bis etwa 9 Uhr morgens verkaufen Händler aus der gesamten Region Ziegen, Kühe, Hühner und Vögel. Und in den angrenzenden Souks wird auch außerhalb dieser Zeiten allerhand feilgeboten: von frischem Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch über herrliche Töpfereien und Silberwaren bis zu den traditionellen Khanjars (s. letzten Oman-Beitrag), aufwendig ziselierten Krummdolchen, die erwachsene Männer als Teil ihrer Tracht tragen. Sie werden nach jahrhundertealter Methode in langwieriger Handarbeit hergestellt und gelten als eine Art nationales Symbol. 

Das Sama Al Wasil Camp

Es gibt Unterkünfte, da stimmt einfach alles. Hierzu gehört für mich das Sama Al Wasil Camp. Es liegt in einem kleinen Tal im Herzen der Wahiba-Wüste. Sie ist auch unter dem Namen Wahiba Sands bekannt und auch heute noch leben hier Beduinen, deren Gastfreundschaft legendär ist.

Vor der Fahrt in die Wüste gilt es, an der Tankstelle den Reifendruck anpassen zu lassen. Dann genießen wir die Fahrt durch die atemberaubende Landschaft. Mit dem Wehen des Windes scheinen sich die Formen der Dünen beständig zu verändern. Aber nicht nur das: Auch die Farben wechseln von Stunde zu Stunde. Von Weiß am Morgen zu Ocker bis beinahe Rot am Nachmittag bietet sich ein breites Farbspektrum.

Wir erreichen das Camp nach einer ca. 30-minütigen Fahrt vom Dorf Ibra aus. Das Camp verfügt über insgesamt 29 Chalets (davon zwei für Familien) und sieben Sultan-Zelte. Jedes der geräumigen und im traditionellen Stil eingerichteten Chalets verfügt über ein eigenes Bad mit WC und Dusche und eine eigene kleine Terrasse.

 

Zum Camp gehören (neben der Rezeption und einem kleinen Souvenirshop) eine Gemeinschaftslounge im orientalischen Stil, ein Restaurant sowie ein Kinderspielplatz. Vor Ort werden Kamelreiten und Quad-Touren angeboten. Unser absolutes Highlight war aber das „Dune Bashing“, eine unvergessliche Fahrt durch die Dünen.

Der Wadi-Dayqa-Damm

Auf der Autobahn von Sur nach Maskat führt uns ein Abstecher etwa 100 km südlich der Hauptstadt ins Landesinnere zum beeindruckenden Wadi-Dayqa-Damm.  Mit seiner 75 Meter hohen und 410 Meter breiten Hauptmauer ist er der größte Staudamm in Oman. Er riegelt das Wadi Dayqa ab, einen der wenigen ganzjährig wasserführenden Flüsse des Landes, und schützt so die Region in der Regenzeit vor Springfluten und Hochwasser. Mit einem Fassungsvermögen von 100 Millionen Kubikmetern versorgt der Stausee nicht nur die Region Quriat, sondern auch den Großraum Maskat mit Trinkwasser. In unmittelbarer Nähe des Damms gibt es einen Park und ein großes Besucherzentrum.

Große Sultan-Qabus-Moschee

Zurück in Maskat besuchen wir die Große Sultan-Qabus-Moschee. Sie wurde anlässlich des 25-jährigen Thronjubiläums des Sultans ab 1995 erbaut, aber erst 2001 eröffnet. Dass der Bau so lang gedauert hat, hat seinen Grund: Es handelt sich immerhin um eine der fünf größten Moscheen der Welt.

Große Sultan-Qaboos-Moschee

Die Moschee können Nicht-Muslime nur von Samstag bis Donnerstag zwischen 8 und 11 Uhr besucht werden. Als Gebetstag entspricht der Freitag im arabischen Raum unserem Sonntag, weshalb er gläubigen Muslimen vorbehalten ist. In jedem Fall sollte man sich angemessen kleiden, also Arme und Beine bis zu den Knöcheln und als Frau Haare und Dekolleté vollständig bedecken. Ein Besuch lohnt sich aber: Die Moschee ist mit wunderschönem Kunsthandwerk und Kaligrafien dekoriert, in der Kuppel der großen Gebetshalle prangt ein 14 m großer Kronleuchter, der über und über mit Swarovski-Kristallen besetzt ist, den Boden bedeckt ein riesiger persischer Teppich, von dem es heißt, dass 600 Teppichknüpferinnen drei Jahre lang an ihm gearbeitet haben.

© Text und Fotos: Pier Tegas und Sven Müller (Reiseberater bei Iwanowski’s Reisen)

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