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Das Geheimnis der Namib-Wildpferde

Wildpferde inmitten der Wüste? Noch heute fragen sich die Forscher, wie die Tiere ursprünglich in dieser unwirtlichen Gegend bei Garub gelandet sind. Längst haben sich die Pferde bestens an ihre ungewöhnliche Umgebung angepasst und ziehen inzwischen reichlich Besucher an.

Die Geschichte von Garub

Heimat der Wildpferde

Garub liegt etwa 105 km östlich von Lüderitz. Schon im Jahr 1906 war der namibische „Ort“ per Eisenbahn mit der Hafenstadt verbunden. Auf diese Weise konnte die sogenannte „Schutztruppe“ der deutschen Kolonialherren leichter benötigtes Material in den Süden des Landes bringen. Bei Garub bohrte man nach Wasser und brachte es in Fässern nach Lüderitz, das bis dahin aus dem fernen Kapstadt mit Süßwasser versorgt werden musste. Einige Jahre später entstand hier ein militärischer Außenposten. Erst 1990 wurde der Bahnhof geschlossen, aber ein Bohrloch versorgt die Wildpferde weiter mit Wasser.

Kuriose Theorien: Mit dem Schiff gestrandet oder vom Gestüt geflüchtet?

Niemand kennt die genaue Zahl der Pferde. Man vermutet, dass es etwa 250–300 sind, die sich hier mit den ariden Bedingungen der Halbwüste und Savanne arrangiert haben. Zur Herkunft der Tiere gibt es verschiedene Theorien:

  • Die Pferde stammen aus dem Gestüt Duwisib, wo der Schlossherr Hansheinrich von Wolff vor gut 100 Jahren eine große Pferdezucht aufbauen wollte. Sein Areal hatte damals keine Zäune, und so konnten sich die Tiere selbst die besten Weiden suchen. Einige Pferde mögen in die Namib gelaufen und hier geblieben sein.
  • Die Pferde sind Relikte der Schutztruppe, die um Aus stationiert war.
  • Die wohl waghalsigste Hypothese lautet, dass die Wüstenpferde die überlebenden Tiere einer Schiffskatastrophe sind. Einst strandete vor der Oranje-Mündung ein Dampfer auf dem Weg nach Australien, dessen Ladung u. a. aus Zuchtpferden bestand.
  • Neuesten Erkenntnissen zufolge bildeten entlaufene Tiere einer Pferdezucht bei Kubub den Ursprung der Herde. Dazu sollen dann Pferde der südafrikanischen Armee gestoßen sein, die 1915 bei Garub verloren gingen.

Bis heute kennt niemand den Ursprung der Herde.

Wie haben die Pferde sich der Wüste angepasst?

Wie dem auch sei – die Pferde konnten und können im der Namib nur überleben, weil sie u. a. bei Garub eine Quelle vorfinden und weil es an natürlichen Feinden, wie Leoparden, fehlt. Äußerlich ähneln die Wildpferde inzwischen eher Ponys, denn die Wüstenbedingungen erlauben keine körperliche „Üppigkeit“. Die Pferde grasen fast nur morgens oder nachts, tagsüber suchen sie die wenigen schattigen Stellen auf. An die Wasserknappheit im Gelände haben sie sich gut angepasst: Sie können ca. sechs Tage ohne Wasser unterwegs sein. Ein nicht-adaptiertes Pferd übersteht hier maximal drei Tage, ohne zu trinken.

Die Statur der Wildpferde ähnelt eher einem Pony.

Was Sie bei einem Besuch der Wildpferde beachten sollten

Das einzigartige Bild von freien, stolzen Wildpferde-Herden in der unwirtlichen Landschaft der Namib lockt jährlich viele Reisende nach Garub. Einem Besuch der Tiere steht nichts im Wege, allerdings sollten ein paar Dinge beachtet werden:

  • Achten Sie auf der Straße besonders auf Einzeltiere und vermeiden Sie Fahrten bei Nacht.
  • Halten Sie einen gewissen Abstand, um die Pferde nicht zu stören. Besonders die Fohlen könnten sich erschrecken und im schlimmsten Fall von der Herde und ihrer Mutter wegrennen.
  • Der Abstand ist auch wichtig für Ihre eigene Sicherheit. Die Tiere sind zwar nicht aggressiv, könnten aber austreten.
  • Die Pferde dürfen auf gar keinen Fall gefüttert werden.

Man sollte immer respektvollen Abstand halten.

Weitere Infos unter www.wild-horses-namibia.com.

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© Text: Auszug aus Iwanowski’s Namibia-Reiseführer
Fotos: alle Michael Iwanowski

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