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Die Garden Route in Südafrika – ein Garten Eden jenseits der Blumenmeere

Die „Garden Route“ ist mit ihren beeindruckenden Landschaften und endlosen Küstenstraßen ein Sehnsuchtsziel zahlloser Touristen und bei Südafrika-Einsteigern wie –Experten gleichermaßen beliebt. Doch hier enden oft schon die Gemeinsamkeiten – so vielseitig ist diese Region, dass jeder seine ganz eigenen Highlights nennen wird. Schon beim Thema „Anfang und Ende“ der Strecke herrscht allgemeine Uneinigkeit. Die am weitesten verbreitete Angabe ist, dass die Garden Route im Osten mit der Tsitsikamma Section (Teil des Garden Route NP, Foto: Titelbild) beginnt und im Westen auf der Höhe Still Bay (Stilbaai) endet. Andere Quellen nennen Mossel Bay oder auch Swellendam als westliche Grenze.

Seefahrer als Namensstifter

Wer den Namen „Garden Route“ zum ersten Mal hört, könnte annehmen, in einen Garten Eden voller Blumen und endloser Blütenteppiche zu treten. Tatsächlich erwartet den Reisenden aber eine Schönheit anderer, ganz eigener Art: Natürlich gibt es bunte Pflanzen, doch zumeist kennzeichnen dunkelgrüne Wälder und vor allem die nur zur Blütezeit farbige Fynbos-Vegetation die Flora der Region. Die Bezeichnung „Garden Route“ ergibt sich aus dem historischen Kontext: Für die ersten Europäer, die hierherkamen, war dieses Gebiet im Vergleich zum Binnenland und dem, was sie von ihren Segelschiffen aus entlang der Küste nördlich von Kapstadt gesehen hatten, so herrlich ertragreich und farbensatt, dass sie es als „Garten“ empfanden. Aufgrund der mediterranen Temperaturen, der tropischen Niederschlagsmengen und der Fruchtbarkeit der Böden schien hier alles zu gedeihen. Aber keine Angst: Die Schauer mögen zwar heftig und auch häufig fallen, sind dafür aber von kurzer Dauer und ergießen sich außerdem oft des Nachts.
Niederschlagsmengen/Jahr: Tsitsikamma NP (küstennah): 1.200–1.500 mm, Knysna: 750 mm, De Hoop NR: 380 mm.

Hohe Berge – tiefe Schluchten

Ein geomorphologisches Problem stellte sich den ersten Siedlern auf dem Abschnitt zwischen Gourits und Storms River in den Weg: Die Schluchten, die die Flüsse in die Sedimente der sogenannten Küstenterrasse gefressen haben, waren zu tief, um sie mit Ochsenkarren zu durchqueren, und die Berge dahinter zu hoch, um über sie hinwegzukommen. Lange Zeit war das Gebiet um Knysna sinnvoll nur auf dem Seeweg zu erreichen. So klein die Flüsse erscheinen mögen – die Schluchten sind bis zu 230 m tief: eine Folge der Hebungen und Senkungen des Meeresspiegels während der letzten 150 Mio. Jahre. Es gab Zeiten, da reichte das Meer bis an die heutigen Berge heran; in anderen erdgeschichtlichen Epochen wiederum lag die Küste bis zu 60 km weit draußen im (heutigen) Ozean.

In den letzten Jahrmillionen hat sich die Küste immer wieder verändert.

Es ist nicht alles gut, was grünt: eine Aufforstung und ihre Folgen

Auffallend sind die vielen Kiefern- und Eukalyptusgewächse entlang der Garden Route. Einer der ersten Forscher hier – und später auch verantwortlich für die Landwirtschaft und für den Erhalt der Natur in der Region – war der Franzose François de Vaillant. Um die bereits abgeholzten Areale wieder aufzuforsten bzw. ursprünglich kahle Regionen zu begrünen, entschied er sich für die großflächige Anpflanzung von widerstandsfähigen Kiefern bzw. schnellwachsenden Eukalyptusbäumen. Damit prägte er die Landschaft bis heute, im Guten wie im Schlechten: Inzwischen weiß man, dass die Kiefern für die Bodenversauerung sowie zahlreiche Waldbrände und der Eukalyptus für den hohen Verbrauch an Grundwasser verantwortlich sind. Die Kiefer gilt gar als „Feind“ der Fynbos-Vegetation.

Der Zauber der Garden Route

Was hat die weit bekannte Strecke touristisch zu bieten? Hier lässt sich an die große Auswahl unterschiedlichster Aktivitäten denken und an zahlreiche charmante Orte, Outdoor-Enthusiasten, Kulturfreunde und Geschichtsinteressierte finden überall spannende Angebote – aber im Vordergrund steht eindeutig die wunderschöne Natur: Die küstennahe Region zeichnet sich aus durch malerische Buchten, einsame Strände, hohe Kliffe, schroffe Felswände und teils urweltliche Wälder. Aussichtspunkte, Nationalparks, Scenic Routes, Wanderwege und vieles mehr gilt es zu erleben und erkunden. Also durchaus ein Garten Eden – auch ohne omnipräsentes Blumenmeer.

Schroffe Gestade im De Hoop Nature Reserve.

Ihre Reise nach Südafrika

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© Fotos: alle Sina Ten Brinke, außer Blumen in Nahaufnahme: Ilios Travel

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