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Sambia: Luambe – die Wiedergeburt eines Nationalparks

Luambe National Park – ein vergessenes Paradies

Lange Zeit war der Luambe National Park im östlichen Sambia unterentwickelt und mangelhaft überwacht. Fast zwangsläufig wurde sein Tierbestand durch Wilderer stark dezimiert, fehlende Infrastruktur und Missmanagement trugen weiter zur Tristesse bei. Dabei waren die Voraussetzungen für einen florierenden Nationalpark hier im Gebiet nördlich des bekannten Südluangwa- und südlich des Nordluangwa-Nationalparks, am Fuß eines Ausläufers des Großen Afrikanischen Grabenbruchs „Rift Valley“ geradezu ideal. Hinzu kommt der ständig wasserführende Luangwa-Fluss – die Lebensader des Tals.

Luangwa-Flusstal

Es musste sich unbedingt etwas ändern. Mario Voss, Direktor des Luambe Conservation Project, lernte vor fünf Jahren mit Michael Riffel einen Investor aus Deutschland kennen. Zusammen konnten sie ihr gemeinsames Herzensprojekt, die „Wiedergeburt des Luambe National Park“, endlich umsetzen und so einen Beitrag leisten, um den in Vergessenheit geratenen Park wieder aufblühen zu lassen.

Errichtung eines Schutzgebietes in Luambe

Für beide Männer, ihres Zeichens Biologen, ging es vor allem darum, die Wilderei zu bekämpfen und die Erhaltung der Natur und des verbliebenen Tierbestandes sicherzustellen. Dafür wurden Scouts trainiert; mittlerweile arbeiten etwa 20 ausgebildete Ranger im Park. Die Infrastruktur wurde ausgebaut und etwa 70 km Pisten durch die Wildnis getrieben. Zur besseren Überwachung des 30.000 ha großen Areals konnte man, dank der finanziellen Hilfe von Michael Riffel, die Flugzeuge der CSL (Conservation South Luangwa) auch über den Luambe Park fliegen lassen.

Ein Tierparadies, das beschützt werden muss

Zambian Carnivore Programme

Seit 2017 wird das Projekt auch vom Zambian Carnivore Programme zur Erforschung von Wildhunden, Löwen und Leoparden unterstützt, bei der die Tiere zur besseren Überwachung und wissenschaftlichen Analyse ihrer Wege mit Satellitenhalsbändern ausgestattet werden. Außerdem wird aktuell an einer Fotofallen-Leoparden-Studie zusammen mit ZCP gearbeitet. Schon über 25 Kamerafallen konnten im Park installiert werden.

Errichtung des Luambe Camp für Touristen

Es war wichtig, auch den Tourismus von Anfang an in das Projekt zu integrieren, um eine langfristige Einnahmequelle für die Region zu sichern. Der Erhalt der Natur musste lukrativer sein als die Wilderei. So wurde 2017 das Luambe Camp errichtet. In dem kleinen Zeltcamp können die Gäste direkt miterleben, wie sich der Park verändert.

Mitten in der Natur – das Luambe Camp mit Flusspferden als Nachbarn

Ein weiteres Camp im Süden des Parks soll 2020 für maximal 6 Gäste eröffnet werden. Somit steht ein „neuer“ Teil des Parks ebenfalls zu Erforschung durch naturliebende Reisende offen.

Schon nach relativ kurzer Zeit konnte ein Erfolg verbucht werden: „Mittlerweile sieht man wieder regelmäßig große Herden an Pukus, Impalas, Elefanten, Giraffen, Wasserböcke – auch Löwen, Leoparden und Wildhunde konnten beobachtet werden. Und natürlich Hunderte Hippos!“, freut sich Mario Voss. „Hinzu kommen die in Luangwa endemischen Crawshay‘s Zebras und Cookson‘s Wildebeest … Und vielleicht haben wir ja in Zukunft wieder Nashörner in Luambe!“

Fotos: Mario Voss, Michael Riffel, Marcus Westberg, www.luambe.com
Quelle: Mario Voss, www.luambe.com
Redaktion: Claudia Heinrich

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