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Namibia Kompakt oder sechs Leute und ein Abenteuer

„Ich war mir sicher: Hinter der nächsten Düne kotzen Springbock, Oryx und Gnu ihre Verzweiflung in den roten Sand der Kalahari.“
Nein, dieser Satz ist nicht während meiner letzten Reise gefallen, und nein, es gab auch keinen Anlass zu solch einer frustrierten Äußerung, denn alles lief perfekt! Die einzige Gemeinsamkeit zwischen mir und dem Urheber dieser doch sehr anschaulichen Annahme über den Gemütszustand der einheimischen Fauna ist, dass wir beide Teilnehmer einer Gruppenreise durch Namibia waren. Als Einstimmung auf das Land und als Unterhaltung für lange Fahrten hatte ich mir, natürlich neben unserem Reiseführer Namibia, den Roman „Hummeldumm“ von Tommy Jaud als „Bordgepäck“ mitgenommen. Diese äußerst unterhaltsame, wenngleich im Bezug auf solche Unternehmungen eher abschreckende Urlaubslektüre habe ich parallel zur Tour geradezu verschlungen – mit einem zwinkernden Auge und mit dem anderen unsere eigene kleine Gruppe beobachtend. Aber von Anfang an …

Als mein Chef mich Anfang des Jahres fragte, ob ich nicht zusammen mit meiner Kollegin Silke Fischer (im Folgenden „Sille“ genannt) aus dem Iwanowski-Beraterteam die neue Tour „Namibia kompakt“ unseres Partners „Abenteuer Afrika“ testen wolle, war ich sofort begeistert. Namibia kannte ich bis dahin noch nicht. Ich freute mich auf das Land der Weite, der ursprünglichen Natur und der trockenen Wüstenlandschaften … Mit von der Partie waren noch drei weitere abenteuerlustige Mitreisende. Die Tour sollte uns zu einigen der wichtigsten Highlights des Landes führen: zu den großen Sanddünen des Sossusvlei, nach Swakopmund an die spektakuläre Atlantikküste, in das faszinierend karge „Damaraland“ und natürlich zum berühmten Etosha National Park. 

Unser Schicksal legten wir in die (meist am Steuer befindlichen) Hände von Silke – nein, nicht meine liebe Kollegin, sondern unsere namibische Reiseleiterin – und das war das Beste, was wir tun konnten! Aber dazu später mehr.

Ein Sundowner mit Guss

Die erste Unterkunft war die Auas Safari Lodge, nur etwa eine Stunde vom Flughafen in Windhoek entfernt: eine hübsche Lodge mit tollem Pool und einem fantastischen Ausblick auf die Auasberge. Pünktlich zu unserem ersten Sundowner im Wüstenstaat Namibia regnete es in Strömen. Na toll, vom Regen in Deutschland direkt in den Regen Namibias, dachten wir uns. Doch als wir die strahlenden Augen der Hotelangestellten und die unserer Reiseleiterin Silke sahen, wurde uns bewusst, dass das lebensnotwendige Nass hierzulande alles bedeutet.

Die eigentliche Regenzeit war bisher etwas mickrig ausgefallen, weshalb jeder Niederschlag zählte. Also freuten wir uns mit und tranken einen darauf. Es sollte nicht das einzige Erlebnis mit dem nassen Element auf unserer Reise bleiben. Am nächsten Morgen war alles wieder ruhig und der erste richtige Tag unserer Tour begann mit einem leckeren Frühstück – für Zwei- und Vierbeiner.

Weine und Hochprozentiges auf Neuras

Das lassen wir uns nicht zweimal sagen!

Auf dem Weg zum Sossusvlei lohnt sich, besonders für die Beifahrer, ein Stopp in Namibias Weinanbaugebiet Neuras am Rand der Naukluft. Inmitten der trockenen Landschaft zeigt sich hier eine wunderschöne, idyllische Oase mit kleinen Wasserlöchern und saftigen Reben. Wir bekommen erklärt, wie hier der Wein entsteht – und wie man ihn wieder verschwinden lässt.

Die Auswahl dessen, was mitgenommen werden soll, umfasst neben ein paar Flaschen Wein auch etwas Hochprozentiges … den leckeren Neuras-Rum.
Doch dann heißt es Weiterfahren, damit wir unsere nächste Unterkunft, das Desert Quiver Camp (Fotos unten) im Sossusvlei noch vor Sonnenuntergang erreichen.

Sossusvlei & Dead Vlei – ein Tag in den roten Dünen

Das Deadvlei bei Sonnenaufgang

Noch vor Sonnenaufgang rüsten wir uns für unseren heutigen Tag in den höchsten Dünen der Welt. Und natürlich: Es regnet! Übrigens der erste Regen in der Gegend seit fast einem Jahr. Es scheint, dass wir in einer bestimmten Mission unterwegs sind … Und als sich dann noch, wie ein Zeichen, vor der roten Dünenlandschaft ein ganz zarter Regenbogen bildet, besteht keinen Zweifel mehr: Wir haben den ersehnten Regen nach Namibia gebracht! Seelenruhig schlürft ein Oryx das kühle Nass von der Straße.

Wir besuchen das Deadvlei mit seinen sehr fotogenen Kontrasten von Licht und Schatten und den bizarren Kameldornbaum-Skeletten. Und natürlich muss die Düne erklommen werden. Kein Problem für uns: einen Meter rauf, zwei wieder heruntergerutscht … läuft!

Da bleibt noch Zeit und Kraft für kleine filmische Spielereien, bevor es zu einem leckeren Brunch in das Sossusvlei geht.

Abenteuer Afrika hat wirklich an alles gedacht. Frisch gestärkt geht es wieder zurück. Auf dem Weg machen wir noch einen Abstecher in den Sesriem-Canyon.

Von Wüstenorten zu Wüstenblumen

Nach einer weiteren Nacht im Desert Quiver Camp erwachen wir zu einem wunderschönen Sonnenaufgang. Nun heißt es Abschied nehmen vom Sossusvlei. 

Möge der Tag beginnen

Die Fahrt geht in Richtung Küste. Nächster willkommener Zwischenstopp – und eine Möglichkeit, unsere Vorräte wieder aufzufüllen – ist Solitaire.

Dieser kleine Wüstenort ist ein Anziehungspunkt für viele Reisende. Ich weiß nicht genau, welchen Zweck der Oldtimer-Friedhof direkt am Eingang haben soll, aber wir machen ein paar Fotos und konzentrieren uns dann auf den eigentlichen Grund für die Pause, der zugleich die Daseinsberechtigung dieses idyllischen Stoppovers ist: die Moose McGregor’s Desert Bakery mit dem angeblich „Best Apfelkuchen in town“. Na ja, wenn ich mich hier umsehe, ist das nicht allzu schwer. Aber so viele Besucher können nicht irren und so decken wir uns für die Weiterreise ein.

In der Wüste sind die Autos gut konserviert

Vorbei geht es am Wendekreis des Steinbocks, dem südlichsten Breitengrad, über dem zur Mittagszeit die Sonne im Zenit steht. Weltweit finden sich die heißesten Wüsten entlang dieses Breitengrades, z. B. in der Atacama-Wüste in Chile (s. Chile-Beitrag).
Auf dem Welwitschia Drive, einer etwa 50 Kilometer langen, mit Hinweisschildern versehenen Route, lernen wir so manches über diese besondere Pflanze. 

Einige Exemplare werden bis zu 1.000 Jahre alt und sind hervorragend an die klimatischen Verhältnisse dieser extrem heißen und trockenen Landschaft angepasst. Wir nicht so … Und so geht es nach einer Lehr(viertel)stunde weiter in Richtung Atlantikküste.

Meer sehen in Swakopmund

Swakopmund ist ein kleiner hübscher Küstenort. Es gibt noch viele Zeugnisse seiner deutschen Vergangenheit und auch Gegenwart. Einheimische bezeichnen die Hafenstadt mitunter als „südlichstes Nordseebad“. Unverkennbar erinnern der pittoreske Leuchtturm und die niedlichen Fachwerkfassaden an Ähnliches in der Heimat – ebenso wie der in Namibia mit großer Leidenschaft gefeierte Karneval. Unser heutiges Abendessen findet im berühmten Jetty 1905 statt, dem spektakulär am Ende der alten Landungsbrücke „Old Jetty“ gelegenen Restaurant.

Wer länger in Swakopmund verbringen darf, für den stehen viele Aktivitäten zur Verfügung. Da wir nur einen Tag hier sind, entscheiden wir uns für eine Art „Surf & Turf-Variante“ … Wie die aussieht, erfahren Sie im nächsten Bericht von Sille und mir.

Fortsetzung folgt

© Text: Claudia Heinrich
© Fotos und Video: Silke „Sille“ Fischer (Reiseberaterin) und Claudia Heinrich (Redaktion; Marketing & PR )

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