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Mit dem Mietwagen durch Botswana – Praktische Tipps für die Selbstfahrertour

Mit dem Allrad-Fahrzeug durch Botswana

Bei einer Selbstfahrertour liegen die Vorteile auf der Hand: Man ist unabhängiger bei der Reiseplanung, entscheidet spontan über die Länge der einzelnen Etappen und über die Zeit, die man sich für Beobachtungen nimmt.

Beim Campen ist man ganz nah an der Natur

Legt man sich schon vorab auf eine bestimmte Strecke fest, kann man auch die ersten Unterkünfte im Voraus buchen, was in der Hauptsaison sehr zu empfehlen ist. Ob man campen, in einfachen Gästefarmen am Familienleben teilnehmen oder in Hotels oder luxuriösen Lodges übernachten möchte, kann frei entschieden werden. Für Afrika-Neulinge bieten sich Länder wie Südafrika und Namibia für eine Selbstfahrertour an. Aber auch Botswana ist in großen Teilen für Selbstfahrer machbar: Eine gute Planung und vor allem eine realistische Einschätzung der eigenen (Fahr-)Fähigkeiten sind unbedingt vonnöten.

Wo sollte man den Wagen anmieten?

In Botswana gibt es weniger Mietwagenanbieter als in Südafrika oder Namibia, deshalb ist eine Anmietung ab Johannesburg oder Windhoek sinnvoll. Zudem eröffnen sich einige schöne grenzüberschreitende Routen.
Alternativ kann man das Auto bereits in Europa bei einem Reiseveranstalter buchen. Diese haben oft günstige Sonderangebote, zudem hat man im Schadens- und Reklamationsfall einen Ansprechpartner im Heimatland. In Botswana herrscht Linksverkehr. Es besteht Anschnallpflicht!

Welche Fahrzeuge sind geeignet?

Als Selbstfahrer erkundet man Botswanas Natur am besten mit einem Allrad-Fahrzeug. Besonders empfehlenswert ist es, einen 4×4-Wagen mit Dachzelten und der gesamten Campingausrüstung zu mieten. Benötigt man Ersatzkanister für Benzin, muss dies direkt bei der Buchung angemeldet werden.
Die beste Mietmöglichkeit für solche Fahrzeuge stellt mit Abstand Windhoek dar, da vor allem von hier aus die schönste und interessanteste Botswana-Route mit Besuch der Victoria-Fälle sowie des Caprivi-Streifens gefahren werden kann.

Permits sind für alle Länder des Südlichen Afrika möglich (Botswana, Südafrika und Simbabwe – Letzteres meist nur bis Harare). Alternativ kann man solche Fahrzeuge auch ab Johannesburg mieten, doch ist die Anfahrt bis zu den interessanten Landschaften dann sehr lang. Besonders bewährt haben sich Modelle von Toyota (Hilux oder Land Cruiser) und Ford (Ranger).
© Text aus dem Iwanowski-Reiseführer Botswana & Okavango-Delta,

Allgemeine Sicherheitsregeln

Während der Regenzeit werden viele Straßen überflutet. Oft wirken diese Wege trocken, sind jedoch unter der Oberfläche feucht und schlammig, was ein schweres Fahrzeug zum Sinken bringt. Man sollte sich unbedingt vorab bei den Aufsichtsbehörden der Nationalparks nach den Straßenverhältnissen erkundigen.
An Kreuzungen sollte man sich immer für die öfter befahrene Route entscheiden (siehe Spuren auf dem Weg). Wenn das Auto einmal feststeckt, ist es extrem schwer, es wieder herauszubekommen. In diesem Fall sollte man im Auto bleiben und auf Hilfe warten. Deshalb ist es ratsam, aus Sicherheitsgründen immer die nächste Unterkunft über seine Route zu informieren.
Das Auto schützt vor dem Wetter wie vor wilden Tieren und macht es leichter, aus der Luft entdeckt zu werden. Natürlich sollte man immer genug Wasser (min. 5 Liter), Snacks und etwas Warmes zum Anziehen (selbst bei kleineren Pirschfahrten) dabeihaben.

Straßenverhältnisse

Teerstraßen
Normalerweise sind die geteerten Straßen in einem guten Zustand, es gibt jedoch häufig Schlaglöcher. Eine aufmerksame Fahrweise ist notwendig, da es vorkommen kann, dass sich Tiere auf der Straße befinden. Außerdem sollte man vermeiden, nachts unterwegs zu sein, und immer auf den Reifendruck achten, da er sich durch die ständige Hitze in Botswana ändern kann.
Hinweis: Auf der Maun-Nata-Straße, zwischen dem Makalamabedi Veterinary Gate und der Abfahrt nach Rakops, langsam und vorsichtig fahren!

Teerstraße bei Maun

Schotterstraßen
Auf Schotterstraßen sollte man nicht allzu schnell unterwegs sein, um nicht die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren. Da auch auf diesen Strecken Tierbegegnungen möglich sind, ist es ratsam, vorausschauend zu fahren und zu bremsen, sobald sich die Straßenverhältnisse ändern (sandige Straßen, Schlaglöcher usw.).

Große Schlaglöcher gehören zum Straßenbild

Sandige Straßen
Sandige Straßen werden oft unterschätzt, sie variieren stark in den Verhältnissen, deshalb ist es wichtig, immer langsam zu fahren und im tiefen Sand den Reifendruck zu verringern. Sollte der Wagen dennoch stecken bleiben, muss der Druck weiter reduziert werden. Am besten nimmt man einen Kompressor mit, um den Reifendruck anpassen zu können. Wer die Wahl hat, sollte sandige Strecken am frühen Morgen fahren, da der Sand dann noch kompakt ist.

Schlamm
In der Regenzeit können viele Straßen durch den Schlamm unbefahrbar werden. Sollte man stecken bleiben, ist es fast unmöglich, sich selbst wieder zu befreien. Deshalb ist anzuraten, die vorgefahrenen Routen zu nutzen, da diese bereits festgefahren sind.

Durchs Wasser
Bei der Übernahme des Fahrzeugs sollte man kontrollieren, ob es „wasserfest“ ist, bestenfalls mit einem Schnorchel ausgestattet. Es ist trotzdem ratsam Wasserrouten zu meiden und an nasse Stellen stehts vorsichtig heranzufahren. An vorausfahrenden Fahrzeugen kann man die Tiefe der Wasserstelle ersehen. Falls dies nicht möglich ist, empfiehlt es sich, durch die Wasserstelle zu laufen, um die Lage besser einschätzen zu können. Bevor das Wasser passiert wird, muss der Allradantrieb angeschaltet sein. Dann wird langsam und beständig das Hindernis durchquert.

Tempolimit
In Botswana gelten folgende Geschwindigkeiten:
120 km/h außerhalb von Ortschaften
80 km/h, wenn man auf eine Ortschaft zufährt
60 km/h innerhalb einer Ortschaft
Achten Sie immer auf das Tempolimit – die Polizei stellt häufig Radarkontrollen auf!
Die Strafgebühr muss sofort und in Pula gezahlt werden. Sollte man nicht so viel Bargeld bei sich haben, kann man die Gebühr auch an der nächsten Polizeistation begleichen.

Tanken und Checkpoints

Benzin
Sicherheitshalber sollte man jede Tankstelle nutzen, die man passiert. Auch ist die Mitnahme gefüllter Benzinkanister zu empfehlen. Vorausplanung ist hier angesagt: Bei der Berechnung, wieviel Benzin für die Strecke benötigt wird, ist es wichtig, nicht nur die Distanz miteinzuberechnen, sondern auch daran zu denken, dass aufgrund von Wetter- und Straßenbedingungen oft Umwege in Kauf genommen werden müssen. Die meisten Tankstellen akzeptieren Visa und Mastercard, jedoch kommt es häufig vor, dass die Geräte nicht funktionieren. Deshalb sollte man immer auch genügend Bargeld dabeihaben.
Hinweis: Auf der Straße zwischen Maun und Kasane, via Savute, befindet sich keine Tankstelle!

Veterinärzäune
In Botswana gibt es verschiedene Veterinär-Checkpoints. Diese Kontrollpunkte dienen der Prävention von Maul- und Klauenseuche bei Wild- und Nutztieren. Es ist deshalb nicht erlaubt, Fleisch- und Milchprodukte zwischen den Kontrollpunkten zu transportieren. An manchen Checkpoints werden auch Obst und Gemüse kontrolliert. Man darf jedoch gekochtes/geräuchertes Fleisch, Huhn und Fisch über die Kontrollpunkte nehmen. Als Allgemeinregel gilt: Fleisch von Süden nach Norden transportieren ist erlaubt, jedoch nicht vom Norden in den Süden. Es gilt langsam an den Kontrollpunkt heranzufahren und am STOP-Schild zu halten, bis der Beamte weitere Anweisungen gibt. Diese Prozedur ist normalerweise relativ schnell abgeschlossen. Meistens wird man gebeten, das Auto durch ein Desinfektionsbad zu fahren und die Schuhsohlen mit einem Desinfektionsmittel abzuwaschen. Oft kommt es vor, dass die Beamten einen Blick in die Kühltruhe werfen. Man sollte also Schuhe und Kühltruhe griffbereit halten, sobald man sich einem solchen Kontrollpunkt nähert.
Normalerweise wird der Veterinär-Beamte von einem Polizeibeamten begleitet, um Führerschein und Fahrzeugpapiere zu kontrollieren.
(Quelle: Safari Destinations)

Wer all diese Punkte bei seiner Selbstfahrertour durch Botswana berücksichtigt, der kann sich auf ein sicheres und unvergessliches Afrika-Erlebnis freuen.

Fotos: Bushlore, Avis, Safari Destinations,

Weitere Beiträge zu dem Thema Selbstfahrertouren in Afrika:
Namibia und Botswana: Mietwagen – Selbstfahrer – Tipps
Südafrika individuell mit dem Mietwagen erkunden – Tipps für eine Selbstfahrer-Reise

Auf unserer Homepage finden Sie einige interessante Touren durch Botswana für Selbstfahrer. Das Team von Iwanowski’s Reisen ist Ihnen bei der Planung Ihrer individuellen Reise gern behilflich: info[at]afrika.de , Tel: +49 (0) 2133 26030

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