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Das Hoanib Valley Camp – eine Oase im Nordwesten Namibias

Auf jeder Reise nach Namibia gibt es etwas Besonderes, etwas Neues zu entdecken. Bei meiner diesjährigen Reise im Mai/Juni war es das Hoanib Valley Camp.
Dabei wandelte ich gewissermaßen auf meinen eigenen Spuren: Als ich während des Studiums für insgesamt sechs Monate in Swakopmund gearbeitet habe, hatte ich das große Glück, auf eine zehntägige Campingsafari durch das Kaokoland mitzudürfen. Weitab von Touristenströmen und in absoluter Ruhe und Einsamkeit habe ich damals „meine“ ersten Wüstenelefanten gesichtet und mich, so kitschig es klingen mag, Hals über Kopf in diese raue und bizarre Landschaft der Trockenflüsse verliebt. Für mich stand fest: Ich komme wieder. In Namibia war ich seitdem noch einige Male, aber nie mehr dort oben im einsamen Norden. Dieses Jahr war es dann so weit. Mein Lebensgefährte, der noch nie in Namibia war, bekam nicht die „typischen“ Tierbeobachtungen im Etosha National Park zu sehen, sondern ist mit mir zusammen direkt abseits der üblichen Pfade gereist: ins menschenleere Hoanib-Tal.

Abenteuerliche Anfahrt

Von der Khowarib Lodge aus machten wir uns früh morgens auf den Weg Richtung Hoanib Valley Camp, das erst im Mai 2018 eröffnet hat. Von unserer Partneragentur bekamen wir zwei verschiedene Routenbeschreibungen zum Camp, denn je nachdem, wie viel Regen vor dem Anreisetermin gefallen ist, kann der Weg durch den Trockenfluss vielleicht noch zu nass und deshalb eine andere Route vorzuziehen sein. Ohne GPS und nur mit Kartenmaterial und Wegbeschreibung ausgerüstet, lief bis nach Puros alles gut und ich war mir sicher, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Langsam, aber stetig wichen die Spuren der Zivilisation und die Gras- und Sandflächen um uns herum wurden immer weiter und imposanter. Wir überprüften regelmäßig, wie viele Kilometer wir bis zur nächsten Abzweigung zu fahren hatten. Unsere Wegbeschreibung erwähnte eine „große rote Sandfläche“, nach deren Durchquerung wir links den Jeepspuren folgen sollten. Tja, es hatte sehr lange geregnet und überall war gelbes und grünes Gras zusehen … Wo wohl die rote Sandfläche war?

Nachdem wir die angegebene Kilometerzahl ungefähr zurückgelegt hatten, sahen wir aber zum Glück linker Hand besagte Jeepspuren. Wir beschlossen, diesen zu folgen, und fuhren so für weitere 30-40 km am Ufer des Hoanib-Trockenflusses entlang. Keiner von uns beiden wollte es zugeben, aber langsam wurde uns etwas mulmig zumute, so mitten im Nirgendwo und ohne Handyempfang. Doch war es nicht genau diese Einsamkeit, die es mir damals so angetan hatte? Wir beschlossen, noch für weitere 20 km den Jeepsuren zu folgen. Sollte dann immer noch nichts von einem Camp zu sehen sein, würden wir wieder umzukehren. Schon ein paar Minuten später sahen wir vor uns einen Safarijeep umherfahren. Was für eine Erleichterung! Bald stellte sich heraus: Wir hatten den Stein mit den Buchstaben „HVC“ (Hoanib Valley Camp) einfach übersehen und waren knapp am Camp vorbeigefahren. Die Guides des Camps wussten jedoch, aus welcher Richtung wir kommen sollten, und waren bereits auf der Suche nach uns.

Verschieden Möglichkeiten zur Anreise


Selbstfahrer können das Camp auch ohne besondere Allradkenntnisse ansteuern (mittlerweile weisen auch Schilder mit der Aufschrift HVC den Weg und es ist deutlich zu erkennen, wann man wo abbiegen muss). Möchte man nicht selber fahren, kann man sein Fahrzeug an der Fort Sesfontein Lodge abstellen und einen Transfer im Safarijeep buchen. Wer auf einer Flugsafari unterwegs ist, wird mit dem Flieger ebenfalls nach Sesfontein geflogen. Die Fahrt von dort bis zum Camp dauert rund zwei Stunden, je nach Tierbeobachtungen auch länger.

Das Hoanib Valley Camp

Gut ausgestattete Bar

Im Camp angekommen, wurden wir herzlich mit Gesang, kalten Tüchern und einer Erfrischung begrüßt. Wir waren die allerersten Gäste überhaupt und dazu noch die einzigen Gäste im Camp. Was für ein Erlebnis, ein brandneues Camp nur für uns alleine – so macht Einsamkeit Spaß! Alle Mitarbeiter waren ein bisschen aufgeregt und sehr aufmerksam. Feste Mauern sucht man in diesem Tented Camp vergebens. Im riesigen „Loungezelt“ kann man auf gemütlichen Ledersofas samt dicken Kissen wunderbar faulenzen. Mittelpunkt des Bereichs ist ein großer Holztisch, auf dem verschiedene Getränke (Wasser, Säfte, Kaffee, Tee, Wein, Bier, Gin Tonic usw.) sowie kleine Snacks immer bereit stehen. Die Zimmer, oder besser: Zelte, bieten reichlich Komfort.

Bequeme Betten, geräumige Badezimmer mit Doppelwaschtisch und Innendusche sowie eine Veranda mit spektakulärem Ausblick lassen keine Wünsche offen. Das Camp besteht aus einem Familienzeltchalet sowie 5 Zeltchalets für je 2 Personen. Alle Mahlzeiten, lokale Getränke, Aktivitäten und Wäscheservice sind im Übernachtungspreis inkludiert. Wi-Fi ist im Hauptbereich vorhanden. Batterien/Akkus können im Zimmer aufgeladen werden.

Giraffe Conservation Foundation

Das Hoanib Valley Camp ist ein Joint Venture aus der lokalen Gemeinde und der NGO Giraffe Conservation Foundation (GCF). Die GCF ist das am längsten bestehende Forschungs- bzw. Schutzprojekt für Giraffen in Afrika und führend in deren Erforschung. Im Hoanib-Tal konzentrieren sich die Forscher nicht allein auf die wüstenangepassten Giraffen, sondern helfen auch dabei, die Wüstenelefanten und anderes Wild zu beobachten. Nur wenige Menschen wissen, dass die Giraffe eine gefährdete Spezies ist. Durch ihre Forschungsarbeit haben Dr. Julian Fennessy und der GCF vier verschiedene Giraffenarten in ganz Afrika entdeckt. Immer wieder machen Mitarbeiter des GCF im Hoanib Valley Camp halt und stehen für Fragen gerne zur Verfügung.

Aktivitäten

Zum Abschluss einen Sundowner

Das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf Pirschfahrten im Hoanib-Tal. So besteht die Möglichkeit, ein Mittagessen mitzunehmen und den ganzen Tag zusammen mit einem erfahrenen Guide durch diese unwirkliche Landschaft zu kurven.

Neben den wüstenangepassten Giraffen und natürlich Elefanten sind auch die berühmten Wüstenlöwen in dieser Gegend zu finden. Wer es lieber ein bisschen entspannter mag, kommt gegen Mittag zurück zum Camp und fährt am Nachmittag wieder hinaus.

Kombination mit der Shipwreck Lodge

Die Shipwreck Lodge

Wer neben dem Hoanib Valley Camp auch die Shipwreck Lodge kennenlernen möchte, kann beide Unterkünfte miteinander kombinieren. Vom Hoanib Valley Camp geht es im Allradfahrzeug des Camps durch den Skeleton Coast Park zur Shipwreck Lodge. Die Fahrt dauert ca. 5-6 Stunden und bietet traumhafte Blicke auf die raue Landschaft (Picknickmittagessen inklusive). Nach dem Aufenthalt in der Shipwreck Lodge geht es dann per Transfer wieder zurück zum Hoanib Camp bzw. nach Sesfontein (je nachdem, wo Ihr Fahrzeug geparkt ist). Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, per Flugtransfer zur Shipwreck Lodge zu gelangen (Preise auf Anfrage).
Lesen Sie mehr über die Shipwreck Lodge und ihre mystische Umgebung in unserem mit tollen Bildern gespickten Blogbeitrag.

Buchungen bei:
Iwanowski´s Individuelles Reisen
www.afrika.de
info[at]afrika.de
Tel.: 02133/26030
Kosten p. P. und Tag für Übernachtung, Essen und Ausflüge ca. 500 – 1.325 Euro je nach Reisezeit.

Finden Sie weitere Informationen zu Reisen in Namibia in Iwanowski’s Namibia-Reiseführer.

© Text und Fotos: Tanja Köhler

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