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Die Shipwreck Lodge an der Skelettküste: Einzigartige Luxuslodge im Stil von alten Schiffswracks

Im Nordwesten Namibias, versteckt in absoluter Einsamkeit, liegt südlich des nahen Trockenflusses Hoarusib die Shipwreck Lodge. Inmitten der mystischen Landschaft der Skelettküste versprüht die Lodge einen unvergleichlichen Charme. Ihre Gäste werden von Möwe Bay im Skeleton Coast National Park abgeholt, und bereits die Anreise ist ein Erlebnis.

Abenteuerliche Anfahrt

Mit einem Permit für den Skeleton Coast National Park darf man bei Vorlage einer Buchung selber bis nach Möwe Bay reisen. Natürlich nur in einem Allradwagen, denn es gibt zum Teil tiefsandige Passagen sowie, je nach Jahreszeit, fließende Gewässer, etwa den Hoanib River.
Eingänge in den Nationalpark befinden sich im Osten (von Khorixas/Palmwag bzw. Twyfelfontein kommend) am Springbok Gate, von Süden kommend am Ugab River, Einfahrt spätestens 15 Uhr.
Wichtig für all jene, die erst am selben Tag anreisen: In Möwe Bay muss man bereits um 14:30 Uhr sein, da um diese Uhrzeit der Transfer zur Lodge stattfindet (weitere 1 ½–2 Stunden für ca. 45 km).

Möwe Bay Museum

Auf dem Weg nach Möwe Bay kann man seinen Wagen in Terrace Bay am Camp des NWR (Namibia Wildlife Resort) auftanken und hier bei Vorausbuchung auch in einer netten Unterkunft übernachten. Dort befinden sich außerdem ein kleiner Laden, ein schönes Restaurant für ein Abendessen sowie Gelegenheiten für einen kleinen Imbiss am Mittag. Von hier aus sind es noch weitere 1 ½ Stunden Fahrt bis nach Möwe Bay. Aufgepasst: Auf diesem Weg besteht die Möglichkeit, die seltenen Wüstenlöwen zu sehen.
Möwe Bay – ein schöner Name für ein Nest mit wenigen Häuschen, das aber immerhin zwei Attraktionen aufzuweisen hat: ein kleines „Museum“ mit Exponaten eines Forschers, der hier lange lebte, sowie eine nah gelegene Robbenkolonie.

Skelettküste und Shipwreck Lodge: Woher kommen diese unwirtlichen Namen?
Durch Meeresströmungen, stürmische Wetterlagen und schweren Nebel, gepaart mit Navigationsfehlern, sind immer wieder Schiffe an der Küste gekentert. Bis in unsere Tage gab es immer wieder Vorfälle – zuletzt lief im März 2018 der 49 Meter lange japanische Trawler „Fukuseki Maru“ südlich der Ugab-Mündung (Durissa Bay) auf Grund.
Die Wracks sind im Laufe der Zeit bis zur Unkenntlichkeit verrostet oder gar gänzlich verschwunden. Die Besatzungen der Vergangenheit schätzten sich zunächst glücklich, ans Ufer zu gelangen. Dort fanden sie jedoch eine extrem lebensabweisende Landschaft vor: Dünen, kaum Schutz, noch weniger Trinkwasser. So verloren sie nach der vermeintlichen Rettung doch noch ihr Leben, und nur ihre Skelette blieben als traurige Zeugen ihres Verhängnisses zurück.
In der Shipwreck Lodge finden Sie eine Auswahl an Büchern zur Geschichte der Besatzungen.

Die Shipwreck Lodge – ein gemütliches Wrack

Als Gast der Shipwreck Lodge lässt man in Möwe Bay den eigenen Mietwagen stehen und steigt zur vereinbarten Zeit in einen Geländewagen der Lodge um. Nun geht es auf wilden, abenteuerlichen Spuren zur Lodge. Nach knapp 2 Stunden erscheinen wie eine Fata Morgana die wrackähnlich gestalteten Einzelhäuschen am Dünenkamm. Im kleinen, maritimen Restaurant und im gemütlichen Aufenthaltsraum überrascht das hübsche, originelle Design. Holz, bunte Stoffe, schlichte Tische, bequeme Sessel, viele Kissen: Hier fühlt man sich sofort zu Hause, und wenn draußen Nebelschwaden vorbeiziehen, ist es besonders gemütlich.

Bei der Ankunft „in the middle of nowhere“ am späten Nachmittag werden die Gäste mit Kaffee und Kuchen empfangen. Über in Streifen geschnittene Autoreifen wird man dann zu seinem Häuschen geführt.

Auch die Zimmer sind toll gestaltet: Schlichte Materialien und bunte Stoffe, ein großes Bad, gute Gepäckablagemöglichkeiten … und welch eine Aussicht vom Bett aus in eine schier endlose, urweltlich anmutende Landschaft aus Dünen und spärlichen Gräsern – und auf die Weite des tosenden Atlantiks!

Ein kurzes Wort zur Kleidung: Nicht nur in der winterlichen Trockenzeit, sondern auch während der Sommermonate ist es an dieser Küste eher kühl und aufgrund der Feuchtigkeit zeitweise sehr ungemütlich, sodass man entsprechend warme Kleidung mitnehmen sollte.

Ausflug zum Hoarusib Canyon

Am nächsten Tag steht ein Ganztagesausflug in den Hoarusib Canyon an. Das gerade fast trockene Flussbett erhält sein Wasser aus den Bergen weiter im Nordwesten und Nordosten. Von der Lodge aus fahren wir über den Dünenkamm direkt hinunter zum Flusstal. Ein traumhafter Anblick! Wie eine kleine Oasenlandschaft erscheint inmitten der sonstigen Dürre sattes Grün!
Bald treffen wir auf Wüstenelefanten, die sich diesen Lebensraum erobert haben. Ab und zu sieht man auch jetzt nach der Trockenzeit noch Wasser stehen oder langsam fließen, genug für eine saftig grüne Vegetation. Ideale Lebensbedingungen für die Tiere!

Der Hoarusib Canyon ist ein wunderbares, geologisch interessantes Flusstal mit herrlichen Felsformationen und Kalksteinwänden. Der Fantasie für die Bezeichnung einiger Felsen sind keine Grenzen gesetzt. Da es hier keine anderen Touristen gibt, genießt man die paradiesische Ruhe und ist quasi alleine.
Von den Anhöhen aus eröffnet sich der Überblick über die grandiose Landschaft – die Welt kann nur anders, aber nicht schöner sein als hier.

Luxus der Einsamkeit und Ruhe

Entspannter Sundowner

Zurück in der Shipwreck Lodge ist es Zeit, den Sundowner zu planen, entweder auf der Terrasse oder auf einer Düne, die man mit dem Geländewagen in wenigen Minuten erreicht.
Beim gediegenen Abendessen, begleitet von einer kenntnisreichen Weinauswahl, klingt der Tag genussvoll aus.

Genussvoller Ausklang des Tages

Ausstattung der Lodge

Mehrere kleine „Wracks“

Die 10 separaten Häuschen, 2 davon für Familien eingerichtet, sind im Stil von Schiffswracks gestaltet. Natürlich gibt es ein schönes Bad und eine herrliche Dusche. Von der privaten Veranda blickt man in die grenzenlose Weite. Zur Ausstattung gehören ein Safe, eine Tee/Kaffee-Station und ein wunderbarer kleiner Kaminofen, der Wäscheservice ist im Preis inbegriffen. Diverse Anschlüsse zum Aufladen elektronischer Geräte sind ebenfalls vorhanden. Ausflüge in das Hoarusib-Tal und auch nach Möwe Bay sind bei einer Buchung ab 3 Übernachtungen inkludiert. Dabei sieht man die Überreste von zwei Schiffwracks (Suiderkus, Karimona), eine Robbenkolonie, eine stillgelegte Diamantenmine und die Überreste eines Ventura-Bombers, der hier gelandet war und aufgrund des Sandbodens nicht mehr starten konnte.

Michael Iwanowski – Namibia-Pionier seit mehr als 30 Jahren

Buchungen bei:
Iwanowski´s Individuelles Reisen
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Tel.: 02133/26030
Kosten p. P. und Tag für Übernachtung, Essen und Ausflüge ca. 600 – 800 Euro.

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©Text: Michael Iwanowski
Fotos: Michael Iwanowski, Tanja Köhler (Elefanten im Hoarusib Canyon)

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