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Südafrikas Cango Caves – Wunderwelt der Tropfsteinhöhlen

In der Kleinen Karoo, nördlich von Oudtshoorn, liegt in den Swartbergen eines der schönsten Höhlensysteme der Welt: Die Cango Caves weisen einzigartige Tropfsteinformationen und eine beeindruckende Größe auf, ihre wahren Ausmaße sind noch heute ein Rätsel …

Unter Tropfstein versteht man verschieden geformte Gebilde, die vorwiegend aus Kalziumkarbonat (CaCO3) bestehen. Sie bilden sich, wenn kalkreiches Wasser aus Gesteinsfugen herabtropft und verdunstet. An den Decken der Tropfsteinhöhlen entstehen so herabhängende Stalaktiten, am Boden wachsen ihnen Stalagmiten entgegen. Manchmal verbinden sich Stalaktiten und Stalagmiten zu durchgehenden Tropfsteinsäulen, den sogenannten Stalagnaten.

Bewohner aus der Urzeit

Der Eingang zu den Cango Caves wurde schon vor Urzeiten von Buschmännern genutzt, sie bemalten auch die Wände ihrer zeitweiligen Behausung. Ohne tragbares Licht konnten die Bewohner der Vorzeit allerdings nicht weit in die Höhle eindringen. Nur Fledermäuse verirrten sich in der Tiefe. Ihre Skelette wurden vom durchsichtigen Kalzit versteinert.

Gesucht: eine Ziege – gefunden: ein Weltwunder

Die Wiederentdeckung der Höhlen in der Neuzeit war purer Zufall: Auf der Suche nach einem verschwundenen Ziegenbock stolperte ein Hirte buchstäblich in die Höhle hinein. Der Mann erzählte seinem Aufseher, was er gefunden hatte, und dieser informierte wiederum den Farmbesitzer Jacobus van Zyl über den Höhleneingang. Fasziniert startete van Zyl schon bald eine erste Expedition tief in die Höhle und gelangte bis in den heute als Van Zyl Hall bekannten Höhlenabschnitt. Dieser Bereich mit 98 m Länge, 49 m Breite und 15 m Höhe eine imposante Größe auf und birgt zudem ein besonders sehenswertes Tropfsteingebilde: Stolze neun Meter ragt Cleopatra’s Needle in die Höhe; schätzungsweise 150.000 Jahre hat die Natur an diesem Meisterwerk modelliert.
Im Laufe der Zeit drangen spätere Forscher immer weiter vor, bis sie nach 762 m vom Eingang entfernt glaubten, an das Ende des Höhlensystems gekommen zu sein. Bis hierher bezeichnet man die Höhle als Cango 1. Sie wurde so ausgestattet, dass Touristen die Schönheit dieser Unterwelt bequem bewundern können. Die größte Höhle im Abschnitt Cango 1 ist 107 m lang und 17 m hoch, die höchste Tropfsteinformation ist eine 12,5 m messende Säule in Botha’s Hall.

Neue Entdeckungen nach fast 200 Jahren

Der weitere Verlauf der Cango-Höhlen blieb bis weit ins 20. Jahrhundert ein Mysterium. 1956 begutachtete eine Expertenkommission die Cango Caves und fand heraus: Wenn draußen der Atmosphärendruck fiel, strömte Luft aus der Höhle hinaus; stieg dagegen der Luftdruck draußen, so floss frische Luft in die Höhle hinein. Diese Beobachtung legte nahe, dass es eine Fortsetzung der Höhlen geben musste. Allerdings versperrten verzwickte Tropfsteinformationen und Felsen den Weg.

Von der Möglichkeit weiterer unterirdischer Zauberwelten fasziniert, opferten zwei professionelle Guides, James Craig-Smith und Luther Terblanche, Jahre später einen großen Teil ihrer Freizeit, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.
Im Devil’s Workshop folgten sie einem Luftzug, der sie zu einem schmalen Spalt führte. Monatelang vergrößerten sie die kleine Öffnung und gelangten schließlich am 17. September 1972 in ein neues Wunderland mit einer Gesamtlänge von 270 m. Sie nannten ihre Entdeckung schlicht: Cango 2.

Noch kein Ende in Sicht … ?

Zur weiteren Erkundung wurden Spezialisten eingeladen. Sie fanden am Ende einen Wasserlauf, der Richtung Eingang zurücklief und sich etwa 20 m unterhalb der Höhlenebene befand. 1975 pumpte man das Wasser so weit ab, bis man dem Wasserablauf folgen konnte und in die Fortsetzung des Höhlensystems, Cango 3, gelangte. Der neu entdeckte Abschnitt erwies sich mit 1.600 m Länge als doppelt so lang wie Cango 1 und 2 zusammen. Die erste Halle in Cango 3 weist allein eine Länge von 300 m auf! Und man vermutet, dass dies noch nicht das Ende der Höhle ist …
Cango 2 und 3 stehen nicht für Besucher offen. Cango 1 hat sich dafür längst als Touristenmagnet ersten Ranges etabliert.

Ihre Reise nach Südafrika zu den Cango Caves

Sie möchten die Cango Caves selber besuchen? Wie wäre es mit einer Rundreise entlang der wunderschönen Garden Route? Unser Team berät Sie gerne und hilft Ihnen bei der Reiseplanung:

Iwanowski´s Individuelles Reisen
www.afrika.de
info[at]afrika.de
Tel.: 02133/26030

© Text: Auszug aus Iwanowski’s Kapstadt und Garden Route-Reiseführer, Fotos: Sina ten Brinke

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