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Ein typischer Aufenthalt in einer Safarilodge: im Kariega Game Reserve in Südafrika

Oft werden wir Reiseberater gefragt, wie denn so ein typischer Tagesablauf in einer Safarilodge aussieht. Eine Antwort auf eine solch allgemeine Frage ist natürlich etwas heikel, denn wer schon einmal auf Safari war, der weiß: Keine Safari gleicht der anderen. Auch Zeiten und angebotene Aktivitäten (Pirschfahrten im Safarijeep, Bush Walks, Boots- und Mokorofahrten usw.) variieren von Land zu Land und von Lodge zu Lodge.
Dennoch bekommen Sie sicher eine gute Vorstellung davon, was Sie „im Busch“ erwartet, wenn ich einen Aufenthalt in einer im besten Sinne „typischen“ Safarilodge Revue passieren lasse. Für gewöhnlich verbringt man dort mindestens zwei Nächte – und so lang war ich auch zu Gast in der Settlers Drift Lodge: mitten im Kariega Game Reserve in Südafrikas Kapregion.

Kariega Game Reserve

Pirschfahrt im Kariega Game Reserve

Das familiengeführte Kariega Game Reserve liegt im malariafreien Ostkap Südafrikas östlich von Port Elizabeth und umfasst eine Fläche von rund 10.000 Hektar. Insgesamt fünf Unterkünfte bieten für jeden Geldbeutel Möglichkeiten zu einer unvergesslichen Safari – von der Main Lodge, die Familien mit Kindern willkommen heißt, über das Homestead, das exklusiv für größere Gruppen von max. 14 Personen gebucht werden kann, bis hin zur Fünf-Sterne-Lodge Settlers Drift, die besonders bei Hochzeitsreisenden sehr beliebt ist. Das Reservat beheimatet die Big Five (Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn und Büffel), aber auch eine Vielzahl von Antilopen, Giraffen, Flusspferden und anderen Tierarten. Neben zweimal täglich stattfindenden Pirschfahrten werden je nach gebuchter Lodge auch Flusskreuzfahrten, Safariwanderungen, Kanu- sowie Angelausflüge angeboten (im Preis inkludiert).

Organisatorisches

Von Oudtshoorn aus machen wir uns mit unserem Mietwagen früh auf den Weg, da wir bis zur Mittagszeit in der Lodge ankommen sollen. Dort wird unser Mietwagen gleich für uns geparkt, denn den brauchen wir in den nächsten Tagen nicht: Alle Safariaktivitäten sind im Übernachtungspreis bereits enthalten, ebenso sämtliche Mahlzeiten und, je nach Lodge, teilweise auch die Getränke. Bei Ankunft werden wir von der Lodge-Managerin herzlich mit einem „Welcome Drink“ begrüßt, bevor sie uns mit den Gegebenheiten der Lodge vertraut macht. Üblicherweise muss man hier auch ein sogenanntes Indemnity Form unterschreiben, eine Art Haftungsausschuss. Damit bestätigt man der Lodge, dass man sich der eventuellen Risiken einer Pirschfahrt bewusst ist und den Anweisungen des Guides Folge leistet (z. B. nicht die Hände aus dem Safarijeep zu strecken, sich bei einer Tiersichtung ruhig zu verhalten usw.). Viele Lodges liegen wirklich mitten in der Natur, sodass Wild auch direkt im Camp keine Seltenheit ist. Deshalb darf man sich im Dunkeln nicht mehr alleine im Camp bewegen, schon zum Abendessen wird man von einem der Guides aus seinem Zimmer abgeholt und später wieder zurückgebracht. All diese wichtigen Verhaltensregeln erfährt man im Willkommens-Briefing.

Der erste Nachmittag in der Lodge

Nachdem wir den „Papierkram“ hinter uns gebracht haben, werden wir in unser Zeltchalet gebracht und staunen nicht schlecht. Auf rund 90m² umgibt uns Luxus pur: ein helles, modern eingerichtetes Interieur mit einladender Sofaecke, kleinem Kamin, riesigem Kingsize-Bett und großzügigem Bad.

Von unserer eigenen Terrasse aus haben wir einen tollen Blick in das Tal, durch das sich der Bushman’s River schlängelt, und werden von einigen Giraffen begrüßt, deren Köpfe kauend zwischen den Baumwipfeln herausschauen. Bis zum nachmittäglichen Snack haben wir noch ein wenig Zeit, machen Fotos vom Zimmer (für die Lieben zu Hause will ja alles festgehalten werden) und richten uns ein bisschen ein. Gegen 15:00 Uhr werden wir zu Kaffee/Tee, Kuchen und kleinen Leckerbissen im gemütlichen Aufenthaltsbereich erwartet. Nach einer Stärkung heißt es dann endlich ab in den offenen Safarijeep, Augen auf und Kamera bereit halten! Je nach Tiersichtung ist man ca. drei bis vier Stunden unterwegs. Das Schöne an den privaten Reservaten ist, dass man nicht an Parköffnungszeiten gebunden ist und der Guide, wenn man z. B. gerade Löwen bei der Jagd beobachtet, die Pirschfahrt beliebig ausdehnen kann. Was bei einer Safari am Nachmittag natürlich nicht fehlen darf, ist der Sundowner-Stopp. Bei einem köstlichen Getränk und Knabbereien genießen wir den Sonnenuntergang, der mitten in der Natur jedes Mal aufs Neue traumhaft schön ist.

Unser Sundowner wird von ein paar neugierigen Elefanten unterbrochen und wir müssen alle schnell wieder in den Jeep klettern – langweilig wird es also nicht … Zurück in der Lodge wartet schon ein köstliches Abendessen auf uns. Wir essen gemeinsam mit den anderen Gästen an einem großen Tisch und können so die Erlebnisse des Tages austauschen und die Guides mit der einen oder anderen Frage löchern. (Wer lieber allein an einem Tisch sitzen möchte, kann dies bei Buchung natürlich angeben.)

Ein Tag voller Safarierlebnisse

Heute heißt es früh aufstehen, denn die Tiere sind in den kühleren Morgenstunden am aktivsten. Gegen 06:00 Uhr klingelt das Telefon in unserem Zimmer und unser Guide weckt uns mit dem „Wake up Call“. Puh, schnell ein bisschen Wasser ins Gesicht und los geht’s zum ersten Kaffee und einer Kleinigkeit zum Frühstück. Nachdem alle Gäste aus „unserem“ Jeep da sind, wollen wir starten. Unser Guide lädt noch heißes Wasser für Kaffee/Tee und ein paar Snacks ins Auto und dann brechen wir auf, voller Spannung, was der Morgen so bringt. Wir haben Glück und finden eine Nashornmutter mit ihrem Jungen. Da auch in der Kapregion der Nashornbestand von Wilderen bedroht ist, darf unser Guide uns nicht sagen, wie viele Nashörner insgesamt im Reservat leben. Er lächelt nur und erzählt uns, dass es noch mehr Jungtiere gibt. Wir sind uns darüber im Klaren, wie viel Glück wir mit dieser Sichtung haben, denn auch wenn es ein privates Reservat ist, befinden wir uns nicht in einem Zoo, und so sind Tierbeobachtungen nicht selbstverständlich – immerhin ist das Reservat 10.000 Hektar groß. Nach rund vier Stunden kehren wir zur Lodge zurück, wo uns ein üppiges Frühstück erwartet.

Bis zum Nachmittag gibt es kein festes Programm. Wer möchte, kann an einem Bush Walk teilnehmen, sich im Spa verwöhnen lassen oder in den Swimmingpool springen. Wir entscheiden uns für die häusliche Variante, entspannen mit einem Buch am Kamin, halten ein kleines Nickerchen und genießen einfach nur unser schönes Zeltchalet.
Am Nachmittag wiederholt sich das Programm vom Ankunftstag. Dieses Mal haben wir uns Löwen „gewünscht“ und unser Guide gibt sich die größte Mühe, diese zu finden. Wir sehen einige Spuren, kommen aber nicht so richtig durch das Gelände, da es in den vergangenen Tagen viel geregnet hat und die Wege sehr matschig sind. Plötzlich bekommt unser Guide einen Funkspruch, ein anderes Fahrzeug der Lodge hat zwei Löwenweibchen gefunden. Wir machen uns sofort auf den Weg und die Aufregung steigt! Nach holprigen Minuten können wir mit etwas Fantasie die zwei Löwinnen unter einem Baum erspähen. Wirklich nah heran kommen wir nicht, da der Jeep sich immer wieder festfährt (Schlammspritzer inklusive) und wir lieber schauen, dass wir wieder auf sichere Wege gelangen. Auch das ist Safari! Nach dem Abendessen gehen wir früh ins Bett, denn morgen ist wieder ein früher Start angesagt.

Eine letzte Pirschfahrt und Abschied

Bei wolkenverhangenem Himmel geht es los

Heute Morgen sind wir vorbereitet. Unser Handywecker klingelt um kurz vor sechs, sodass ich nicht völlig verschlafen den Weckanruf unseres Guides entgegennehme. Es geht auf eine letzte Pirschfahrt, auf der ich eine Premiere erlebe. Es gießt in Strömen – Safari im Regenponcho habe ich auch noch nicht mitgemacht. Einige unserer Mitreisenden haben sich angesichts des Wetters entschlossen, lieber im Bett zu bleiben, und so fahren wir nur zu dritt. Ich habe das Glück, vorne neben dem Guide sitzen zu dürfen, und freue mich über die warme Luft aus dem Gebläse des Jeeps. Nicht hier in diesem Jeep zu sitzen würde für mich nicht in Frage kommen, wie sehr würde ich mich ärgern, wenn die anderen etwas Spannendes sehen und ich nicht dabei war, weil ich den Regen scheue! Also harren wir taper ungefähr anderthalb Stunden im Jeep aus, immer wieder beteuernd, dass wir nicht zurück zur Lodge wollen (wahrscheinlich wollte einfach keiner den ersten Schritt machen).

Entspannung im luxuriösen Bad

Auch das Wild mag das regnerische Wetter anscheinend nicht und der Morgen verläuft entsprechend ruhig. So fällt die Safari doch kürzer aus und vor dem Frühstück ist definitiv eine heiße Dusche nötig.

Nach zwei unvergesslichen Tagen heißt es wieder Abschied nehmen und nicht nur einmal beteuern wir, dass wir definitiv wieder kommen werden!

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© Text: Tanja Köhler, Fotos: Kariega Game Reserve (Unterkunftsbilder), Rest Tanja Köhler

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