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Namibia: Zum Bogenfels in Namibias Diamanten-Wüste bei Lüderitz

Der Bogenfels – südlich von Lüderitz gelegen – gehört zu den markantesten landschaftlichen Highlights Namibias an der sturmumtosten Küste des Südatlantiks. Besichtigt werden kann dieser allerdings nur mit einem Permit, da er sich in einem Sperrgebiet befindet. Jedoch nicht nur der Fels an sich, sondern auch die vielen zerfallenen Gebäude der „Geisterstadt“ sind definitiv einen Besuch wert.

Bogenfels bei Lüderitz

Verwaiste Hütte im Diamantensperrgebiet

Hier bei Elisabethbucht ragt das 55 m hohe Felsentor majestätisch in den Himmel – dieser Fels ist ein brückenartiger Kalkfelsen im Sperrgebiet-Nationalpark, ehemals auch als Diamantensperrgebiet bezeichnet. Schon um 1900 wurde er sorgfältig von der damaligen Kolonial-Macht Deutsch-Südwestafrika kartographiert.

 

Geschichte der Diamanten in Namibia:
Der Gleisarbeiter Zacharias Lewela entdeckte am 8. April 1908 den ersten kleinen Stein in der Nähe von Lüderitz. Somit begann ein ergiebiger Diamantenabbau in der Umgebung von Lüderitz, nahe des verbotenen “Sperrgebietes’. Heute trägt die Diamantenindustrie zu 40 % von Namibia’s Exportprodukten bei. Ungeschliffene Diamanten kommen aus dem Sand- und Dünengürtel des Sperrgebiets, sowohl als auch aus der Brandung und dem Meeresboden. Heute ist Oranjemund mit seinen 10000 Einwohnern die einzige noch aktive Diamantminenstadt in Namibia. In der „verbotenen Stadt“, wo Besucher momentan nur nach formalem Antragsverfahren zugelassen werden, bereitet man sich auf die Öffnung der Kommune vor. Die Transformation zur Stadt soll bis Ende des Jahres proklamiert werden. Zum Anlass der Jahrhundertfeier im Jahr 2008 wurde ein spezieller namibischer Diamantenschliff entwickelt welcher treffenderweiser ‘ Namibian Sun’ benannt wurde. Auf der neuen Briefmarkenserie werden Namibias Diamanten und die Minenindustrie ebenfalls gebührend gewürdigt.

Bogenfels – Verbotene Gebiete und Geisterstädte

Diamantensperrgebiet Bogenfels

Ohne Permit ist ein Besuch nicht möglich

Und heute ist das gesamte Gebiet weiterhin „verbotene Zone“, nur mit einem Permit zu bereisen, mit vorheriger Überprüfung der Personalien (Passkopie!) und nur mit dem einzigen lizensierten Unternehmen (Coastways Tours) realisierbar – mit entsprechender Vorlaufzeit von mindestens einer Woche.

Selbstfahrer? Fehlanzeige – für die gibt es kein Permit! Unsere Tour startet um 9 Uhr in Lüderitz, kurze Zeit später erreichen wir das Rotkop-Gate, den „Grenzposten“ in das verbotene Diamantengebiet.
Verlassene Siedlungen, vom Namib-Sand eingeholt, im Grillental (woher alle Diamantensiedlungen ihr Wasser bezogen) oder in Pomona/Bogenfels – ich verspürte ein Eintauchen in eine versunkene Welt. Schlafzimmer mit eingewehtem Sand, eine Kegelbahn, wo noch alte sachgeschliffene Flaschen zu sehen sind, zerbrochene Scheiben, eingefallene Dächer.

Morbide Atmosphäre südlich von Lüderitz

Alte Eisenbahnlinie

Die alte Eisenbahnlinie ist Zeuge vergangener Zivilisation

Eine alte Eisenbahnlinie (kaum zu glauben: Elektrifiziert!) mit vom Salznebel des nahen Meeres zerfressenen Schienen –  genug, um sich ein Bild der längst vergangenen Zeiten zu machen. An einer Kegelbahn lese ich den Spruch: „Wer hier rauft oder hetzt, wird an die frische Luft gesetzt.“
Mittagessen in einem alten windumwehten Haus in Panoma.

Stille um uns, wir lassen die Gedanken kreisen. Wie war es doch hier wohl damals, in den schön erbauten Häusern „deutscher Architektur“ am Ende der Welt? Diese Stelle war der Ort des größten Diamantenfundes der Welt, 1909 durch August Stauch und Professor Dr. Scheibe gegründet. Unterwegs besuchen wir in Sichtweite des Meeres einen einsamen Friedhof.

Friedhof in Bogenfels

Einsamer Friedhof

Und bald erreichen wir den sturmumtosten Bogenfels. Wow! Ein riesiger bizarrer Felsbogen, darunter brandet der eiskalte Südatlantik. Lebensfeindlich, menschenleer, furchteinflößend – und ein Naturspektakel seinesgleichen. (Foto: Titelbild vom Beitrag)
Nach 2 Stunden Fahrt sind wir zurück in der Zivilisation von Lüderitz. Im „Barrels“, dem gemütlichen Pub der alten Hafenstadt, lassen wir den Tag ausklingen. Welch ein Erlebnis!

Geisterstadt Bogenfels© Fotos und Text: Michael Iwanowski

Diese und weitere Namibia-Reisen können direkt über die Telefonhotline +49 (0) 21 33 / 26 03-0, per Mail über info[at]afrika.de oder auf www.afrika.de gebucht werden.

 

 

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