{"id":597,"date":"2004-09-16T19:36:00","date_gmt":"2004-09-16T17:36:00","guid":{"rendered":""},"modified":"2017-09-18T10:31:33","modified_gmt":"2017-09-18T08:31:33","slug":"windhoek_neue_weberei_in_alter_brauerei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.afrika.de\/blog\/windhoek_neue_weberei_in_alter_brauerei\/","title":{"rendered":"Windhoek: Neue Weberei in Alter Brauerei"},"content":{"rendered":"<p>Seit August 2004 ist Windhoek um eine Attraktion reicher. Denn in der neu er\u00f6ffneten <span style=\"color: #ff0000;\"><b>Weberei `Woven Arts of Africa`<\/b><\/span> auf dem Gel\u00e4nde der Alten Brauerei im Stadtzentrum kann man nicht nur handgewebte Teppiche kaufen, sondern bei der Fertigung dieser Wollkunstwerke zuschauen und sich alle Herstellungsschritte erkl\u00e4ren lassen.<\/p>\n<p>So erf\u00e4hrt man etwa, dass die Wolle vom Karakulschaf stammt und in abgepackten Ballen, grob nach Farbt\u00f6nen sortiert, auf einer Wollauktion gekauft wird. In der Weberei trennen die Mitarbeiterinnen sie nach feineren Farbschattierungen, zupfen und k\u00e4mmen (kardieren) sie zu Vliesen und spinnen sie zu Wollf\u00e4den. Dann wird die Wolle gewaschen und erst nach dem Trocknen beginnt das eigentliche Weben. Das fertige Web-Produkt ist ein richtiges namibisches Erzeugnis. <b>Die Karakulschafe werden auf Farmen im S\u00fcden Namibias gehalten, die Muster und Teppiche werden von namibischen Frauen entworfen und hergestellt.<\/b><\/p>\n<p>Die Palette der Erzeugnisse ist erstaunlich breitgef\u00e4chert. So gibt es <b>Teppiche, L\u00e4ufer und Wandbeh\u00e4nge von winzig bis riesig, sowie kleine Mitbringsel zur Dekoration<\/b>. Der Gr\u00f6\u00dfe eines Web-Erzeugnisses sind nur durch den Webstuhl Grenzen gesetzt: 14 Meter mal 4 Meter ist das Maximum. Im Gegensatz zu anderen Webereien verwendet `Woven Arts` nur ungef\u00e4rbte Wolle. Die vielen Naturfarben der Wolle sowie ihre feinen Farbschattierungen bieten den Weberinnen gen\u00fcgend Spielraum zur Gestaltung der Muster und Motive.<\/p>\n<p><b>Viele Motive sind landestypisch<\/b>: Darstellungen von Tieren wie Elefanten, Giraffen oder Gemsb\u00f6cken sowie D\u00fcnen- oder Savannen-Landschaften; Szenen aus dem Leben einer namibischen Volksgruppe &#8211; wie etwa ein Geh\u00f6ft der Ovambo oder ums Feuer tanzende Menschen eines Dorfes im Busch. Andere Teppiche zeichnen sich durch abstrakte, geometrische Muster mit afrikanischem Einschlag aus. Man kann sich aber auch einen Teppich nach eigenen Vorstellungen weben lassen, indem man einzelne Motive selbst zusammenstellt, eine Zeichnung oder auch ein (Urlaubs-)Foto als Vorlage liefert.<\/p>\n<p>Bei Bestellungen wird einem der Teppich nach Hause zugesandt. Wer einen fertigen Teppich kauft, hat die Wahl, ob er ihn zugeschickt bekommen oder ihn gleich mitnehmen m\u00f6chte.<\/p>\n<p><b>Neben den beiden Eigent\u00fcmerinnen sind 14 Mitarbeiterinnen in der Produktion besch\u00e4ftigt. <\/b>Wenn sich die Frauen unterhalten, geht es kreuz und quer durch mehrere Sprachen: Oshivambo, Otjiherero, aber vor allem Dama-Khoekhoegowab (zu erkennen an den charakteristischen Schnalzlauten) und Afrikaans, ab und zu h\u00f6rt man auch Englisch und Deutsch. <b>Vier namibische Volksgruppen sind vertreten:<\/b> Ovambo (1 Mitarbeiterin), Herero (5), Damara (8) und Deutschst\u00e4mmige (2). Sie alle verbinden Alltagssorgen bez\u00fcglich ihrer Familien und nat\u00fcrlich das Fertigen von Teppichen.<\/p>\n<p>Marie-Luise Parkhouse und Michaela Kanzler haben `Woven Arts of Africa` gegr\u00fcndet, nachdem die Weberei `Der Webervogel` im Gustav Voigts Zentrum geschlossen wurde. Sie erwarben Webst\u00fchle samt Zubeh\u00f6r und konnten nahezu alle Mitarbeiterinnen im neuen Betrieb wieder einstellen. Parkhouse und Kanzler sind seit Jahren im Tourismus t\u00e4tig und teilen eine Leidenschaft f\u00fcr afrikanische Textilien und Kunsthandwerksprodukte. &#8220;Die ehemalige Fabrikhalle im Hof der Alten Brauerei hat genau die richtige Atmosph\u00e4re f\u00fcr unsere Weberei&#8221;, sagt Parkhouse. Und Kanzler f\u00fcgt hinzu: &#8220;Wir werden weiterhin Teppiche und Wandbeh\u00e4nge aus ungef\u00e4rbter Karakulwolle fertigen. Aber nat\u00fcrlich haben wir auch viele neue Ideen f\u00fcr die Zukunft.&#8221;<\/p>\n<p>Als die zwei Unternehmerinnen von der Schlie\u00dfung des Webervogels erfuhren, mussten sie nicht lange \u00fcberlegen. Denn zum einen standen Arbeitspl\u00e4tze auf dem Spiel, zum anderen ein Webbetrieb mit langer Tradition. 1979 als `Webschule Karibib` gegr\u00fcndet, wurde die Weberei 1996 \u00fcbernommen und unter dem Namen `Webervogel` ins Henckert Tourist Centre in Karibib integriert. 2001 zog sie nach Windhoek um und war im Gustav Voigts Centre zu finden, bis sie Ende Juli 2004 geschlossen wurde. Nach einem weiteren Umzug von Webst\u00fchlen und Zubeh\u00f6r begann der Betrieb am 5. August 2004 als `Woven Arts of Africa` sein drittes Leben&#8230;<\/p>\n<p><b>Die Weberei liegt im Herzen der Stadt Windhoek im Hof der Alten Brauerei, direkt hinter dem bekannten Namibia Craft Centre.<\/b> Besucher finden den Betrieb entweder von der Gartenstra\u00dfe her \u00fcber die Einfahrt in den Hinterhof oder von der Talstra\u00dfe her durch den Seiteneingang der Omba Galerie.<br \/>\nvon: Sven Kanzler, Bushtelegraph<\/p>\n<p>[Dieser Eintrag wurde am 24.02.2005 um 16:52 editiert.]<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit August 2004 ist Windhoek um eine Attraktion reicher. 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